Wer denkt, klassische Musik sei etwas für Akademiker und werde nur im stillen Kämmerchen gehört, liegt völlig falsch. Jetzt werden die zarten Klänge der Violine und des Pianos mit Einflüssen aus Pop und Dance verbunden: Klassik neu erleben und für sich entdecken – das ist das Ziel der Band Spark (= Funken).

Am Montag kamen die Klassen fünf bis sieben des Raichberg-Gymnasiums in Ebersbach in den Genuss, die klassische Band Spark hautnah zu erleben. Dank der Aktion „Rhapsody in School“ hat die Formation den Schülern moderne klassische Musik näher gebracht. Die bunte Mischung aus verschiedenen Musikstilen und Klangvariationen zeigte ein frisches Bild der Klassik.

„Das Ziel unserer Band ist, dass der Funke zum Publikum überspringt“, sagt Blockflötist Daniel Koschitzki. Gemeinsam mit seiner früheren Kommilitonin Andrea Ritter gründete er 2007 die Band. Cellist Victor Plumettaz vollendete fürs Erste die Musikgruppe mit seinen warmen Tönen. Erst in den Jahren 2016 und 2017 wurde aus dem Trio ein Quintett: Pianist Arseni Sadykov und Streichmusiker Stefan Balazsovics schlossen sich als neueste Mitglieder an.

Die Schüler in Ebersbach hörten Stücke von Mozart und Bach bis hin zu selbst komponierten Liedern des Cellisten. Für einige war es erfreulich, dass selbst  moderne Technoklänge in die klassische Musik eingebaut wurden. „Ich fand vor allem die schnellen Stücke toll, das sah echt schwierig aus“, sagte die 13-jährige Franziska Maldacker. Die Musiker zeigten den Schülern, dass zum Beherrschen eines Instrumentes auch die nötige Theorie gehört. So erklärten sie zwischen ihren Stücken den Aufbau ihrer Instrumente und bezogen dabei die Gymnasiasten mit ein. Bei der Befragung, wer in seiner Freizeit alles ein Instrument spielt, meldete sich der Großteil bei der Blockflöte – und das nicht ohne Grund: Die Schüler lernen in der 5. Klasse die Grundlagen im Flöten. So war es nicht verwunderlich, dass sie den Aufbau des Blasinstrumentes schon kannten.

Nach dem letzten Musikstück im Programm von Spark hatten die Schüler noch die Möglichkeit, den Künstlern Fragen zu stellen. Alle waren beeindruckt, als Koschitzki erzählte, in welchen Ländern Spark schon musizieren durfte. Von Deutschland über die Schweiz bis hin nach Asien und die USA – die Band ist interna­tional bekannt. Agenten aus aller Welt wurden bei Auftritten auf das Quintett aufmerksam und buchten es für Konzerte und Festivals. So gelang es den Musikern, 2011 mit dem „Echo Klassik“ ausgezeichnet zu werden und einen festen Platz an der Spitze der jungen kreativen Klassikszene zu erspielen.

Ziel der Band war es, einen bleibenden Eindruck bei den Schülern zu hinterlassen. Nach dem Programm umringten mehrere Schüler die Musiker und fragten nach ihren  Websites und Social-Media-Konten. Lehrerin Christine Scheck, die mit Koschitzki einst die Schule besucht hatte, war begeistert: „Es ist echt großartig, dass die Schüler sich sogar nach dem Konzert noch für die Band interessieren.“

„Rhapsody in School“ – Schüler und Klassik


Projekt „Rhapsody in School“ vermittelt Musiker, die an einem für sie freien Vormittag Schüler in ihren Klassenräumen besuchen. Dort spielen sie den Kindern Musikstücke vor, erzählen aus ihrem Alltag und stellen sich den Fragen der Schüler.  Alle Schulformen haben die Möglichkeit, ein hausinternes Konzert mitzuerleben. Die Gespräche zwischen  Schülern und Künstlern sind das Besondere am Projekt.

Begegnung So lernen die Kinder mithilfe der direkten Begegnung mit dem Künstler den Menschen hinter der öffentlichen Person kennen.