Berufsorientierung Schüler bauen Elektrowürfel

Die Rechberghäuser „Technikergruppe“ zu Besuch bei der Firma Heldele in Salach. Im April absolvierten die Schüler dort ein Teamtraining. Jetzt bauen sie einen elektronischen Würfel.
Die Rechberghäuser „Technikergruppe“ zu Besuch bei der Firma Heldele in Salach. Im April absolvierten die Schüler dort ein Teamtraining. Jetzt bauen sie einen elektronischen Würfel. © Foto: Elke Mezger
Salach / Maximilian Haller 13.07.2018

Löten, verzinnen, bohren – die wenigsten Kinder wissen heutzutage noch, wie das geht. Die „Technikergruppe“ der „Kreativis“ aus Rechberghausen will das ändern: Unter der Leitung von Elke Mezger besuchen 14 Schüler zwischen zwölf und 15 Jahren – darunter auch zwei Mädchen ­– rund ein Jahr lang jeden Monat technische Betriebe. Dort bauen und tüfteln sie an einem selbstgemachten Würfel. Das Projekt entstand in Kooperation mit der Firma Heldele in Salach und der Firma Schuler aus Göppingen. Bei Schuler haben die Kinder bereits einen Würfel aus Aluminium gebaut, bei Heldele geht es nun an den elektronischen Teil.

Bevor sie loslegen, gibt Rolf Locher, Ausbildungsleiter bei Heldele, den Schülern noch die nötigen Sicherheitseinweisungen. „Wir legen hier großes Augenmerk auf Arbeitssicherheit“, betont Locher. Für die Kinder bedeutet das: innerhalb der Abgrenzungen bleiben und nicht alleine herumwandern. In der Halle werde unter Spannung geprüft, zudem gebe es dort regelmäßigen Stapler- und Kranverkehr. „Wir sind hier im echten Leben, nicht in der Schule“, mahnt der Ausbildungsleiter.

Unter den wachsamen Augen der Azubis beginnen die Schüler, Drähte zu verlöten. Präzision und Fingerspitzengefühl mit dem Lötkolben sind gefragt, doch schließlich verbinden sich die Drähte. „Das schaut schon mal ganz gut aus“, verkündet einer der Azubis. Bei einer 300 Grad heißen Lötkolbenspitze passiert natürlich auch mal der ein oder andere Unfall, doch kleine Verbrennungen sind mit kaltem Wasser schnell behandelt.

Zweites Projekt der „Kreativis“

Mit der „Schlemmerbande“ hat Elke Mezger bereits ein ähnliches Projekt ins Leben gerufen: Die „Schlemmerbande“ besucht jeden Monat eine andere gastronomische Einrichtung und lernt dabei alles rund um Kochen und Ernährung. Mit der „Technikergruppe“ will Mezger ihr Kinder- und Jugendprogramm ausweiten. „Ich wollte noch einen anderen Zug in einem ganz anderen Bereich abdecken“, erklärt Mezger. Das Thema „Berufsorientierung“ spiele dabei ebenfalls eine große Rolle: „Die Kinder sollen lernen: Wo sind meine Neigungen? Wo liegen meine Fähigkeiten?“

Bei Heldele übt die „Technikergruppe“ dieses Mal lediglich, wie man richtig lötet. Ein Testlauf sozusagen, bevor es im September dann ans Eingemachte geht: Am Ende soll ein elektronischer Würfel dabei rauskommen. Eine LED-Anzeige, die die Seiten eines Würfels repräsentiert, wird dann per Zufallsgenerator das elektronische Würfelergebnis anzeigen.Rolf Locher weiß solche Kooperationen mit Kindergruppen zu schätzen: „Im Bereich Technik gibt es für Schüler nur wenig Möglichkeiten. Es gibt keinen Verein, in den sie gehen können, höchstens vielleicht den Werkunterricht in der Schule.“ Durch Projekte, wie die „Technikergruppe“ könne das Potenzial der Schüler gefördert werden. Zudem stellen sie für Heldele eine Möglichkeit dar, später einmal Bewerber aus den Schulen zu ziehen.

Bei der Firma Schuler in Göppingen wird die „Technikergruppe“ im Oktober das Programmieren einer Würfelfunktion kennen lernen. Im Januar steht dann die Abschlusszeremonie an. Dort werden die Kinder ihren Eltern die Ergebnisse ihrer Tüftelarbeit präsentieren.

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