Vor der Kulisse des Süßener Bahnhofs haben der SPD-Kreisvorsitzende Sascha Binder und die Bundestagskandidatin Heike Baehrens zur Diskussion über einen Anschluss des Filstals an das S-Bahn-Netz eingeladen. Die Begrüßung wird vom Lärm eines vorbeifahrenden Zugs unterbrochen. "Jetzt aber schnell, bevor der nächste kommt", scherzt Binder. Hauptredner Claus Schmiedel, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, überträgt den Zeitdruck gleich auf das Diskussionsthema und sagt: "Es gilt, auch in der Sache schnell voran zu kommen."

Forderungen für einen S-Bahn-Anschluss ins Filstal gibt schon lange. Inzwischen drängt aber nicht nur die SPD auf einen schnellen Ausbau. Marc Kersting, Bürgermeister von Süßen und CDU-Mitglied, erklärt, eine S-Bahn-Anbindung sei für Süßen wichtig. "Entlang der S-Bahn-Linie spüren die Gemeinden einen Aufschwung. Und Süßen ist schließlich der drittwichtigste Bahnhof im Kreis." Der Rechberghäuser Bürgermeister Reiner Ruf von den Freien Wählern erklärt, die Unterstützung tue dem Projekt gut. Auch Martin Stölzle bekräftigt, dass deutlich mehr Gewicht auf den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur gelegt werden müsse. "Für das, was wichtig ist, können und werden wir finanzielle Mittel bereit stellen", sagt der Bürgermeister von Donzdorf.

Für Claus Schmiedel liegen die Probleme auf Bundesebene. "Manche Systeme haben sich inzwischen einfach überlebt." So beispielsweise die gleichmäßige Verteilung finanzieller Mittel auf die Länder. "Es macht wenig Sinn, Gelder wie durch eine Gießkanne über Deutschland zu verteilen. Es muss gezielt und nachhaltig gefördert werden", findet Schmiedel. In Zukunft stagniere der Verkehr im Norden, im Osten gehe er sogar zurück, während er im Süden weiter zunehme.

Die Investitionen für einen S-Bahn-Ausbau bis Süßen belaufen sich nach jetziger Schätzung auf rund 50 Millionen Euro, könnten aber noch steigen. Diese Last müsse gerecht auf alle Schultern verteilt werden, sagte Schmiedel. "Vom Nahverkehrsausbau profitieren letztlich alle."