Donzdorf Schmetternder Ausklang in Donzdorf mit Prinz Eli

JÜRGEN SCHÄFER 18.02.2015
Bei der Straßenfasnet setzte das närrische Donzdorf am Dienstag noch einmal einen schmetternden Ausklang. Gut 300 Zuschauer erlebten, wie Prinz Eli mit Gefolge buchstäblich eingewickelt wurde.

Auf der Bühne sind die Affen los. Ex-Fasnets-Prinz Michi, der Regent von 2014, ist mitsamt seinem Gefolge nochmal in tierische Kostüme geschlüpft. Zusammen mit begeisterten Kindern vollführt einen Affentanz. "Hallo Donzdorf!" ruft er dem närrischen Volk zu. Es muss an der Kälte liegen, dass der Beifall etwas matt klingt. Aber das wird dann schon noch. Spätestens beim Einmarsch des Musikvereins kitzelt Michi aus dem Publikum ein kräftiges "He-lau" heraus.

In der Ledergasse, die den Blick auf Kirche und Schloss eröffnet, geben die Narren noch einmal alles. Das Kulturring-Ballett sehnt den Sommer mit "Eviva Espana" herbei, die Truppe von "In between" hat den Winter schon sichtlich abgehakt - die luftigere Kleidung für den Saalauftritt tut es heute auch. Die Gardemädchen vom Ballettle, von links und rechts gestaffelt wie die Orgelpfeifen, tanzen, was das Zeug hält. Kulturring-Präsident Alexander Müller blickt auf den "Umzug mit 30.000 Zuschauern" zurück, und für Prinz Eli endet die Amtszeit. Er bekommt aber noch eine Aufgabe. Kinder sollen ihn und sein Gefolge mit Klopapier umwickeln wie die Mumien. So hat es sich sein Vorgänger Prinz Michi ausgedacht, der an diesem Tag Regie führen darf.

Die Kinder lassen sich das nicht zwei Mal sagen. Am Ende ist die Prinzentruppe so gut verschnürt, dass der Exprinz vorschlägt: "Vielleicht ist das auch was für den Umzug." Meinungen dazu gibt es nicht, und es geht auch gleich weiter mit einem langen Bob und dem Wettbewerb für den schönsten Bollerwagen. Die "Nodabiag'r" rücken in beachtlicher Stärke an, und zu küren gilt es die Truppe, die die meisten Mitglieder im Häs aufbieten kann.

Ob's für die Dünnbrettbohrer reicht? Sie haben sogar ihr Aushängeschild mitgebracht, den Moritz, eine große Pappfigur mit Blondschopf und Haartolle. Max und Moritz heißt ihr Motto der Saison, und das bezeugen noch eine Handvoll bei der Straßenfasnet. Ein harter Kern freilich nur, gemessen an ihrer Riesentruppe: 106 Maxe und Moritze liefen beim Umzug mit. Die Standhaften wollen die Fasnet noch auskosten und das Häs ein letztes Mal tragen, bevor es unweigerlich veraltet. "Ich hab schon 16 bis 30 alte im Schrank", winkt Jürgen Widmann ab. Der Chef der Dünnbrettbohrer, Dieter Hirner, trägt das Häs schon nicht mehr, weil er Springer ist - im Dienste der Straßenfasnet. Die Dünnbrettbohrer stemmen die Bewirtung und sind zuständig für die Organisation.

Auch Froschkönige mischen sich unters Volk, sie sind Umzugsteilnehmer vom Stammtisch Lompaglomb. Vier Mal Biene Maja: das sind Anja Weinans und ihre Kinder. Sie kommen selten zur Straßenfasnet. Jetzt sind sie mittendrin, die Kinder zieht's auf die Bühne.

Wehmut über den Ausklang der Fasnet? Bei Organisator Hirner hält sich das in Grenzen. "Morgen ist eine Ruhe, da kann der Alltag wieder einkehren, man kann den Husten zurückfahren." Gardemädchen Lilli (11) weint der Fasnet auch nicht nach, weil das Kostüm nicht angenehm zu tragen sei. Leni (9) hat mäßig Wehmut: "Es geht".