Schlierbach Ostermarkt lockte mit Kunsthandwerk

Der indische Künstler Samshad Ali gestaltete vor Ort seine Bilder und Grußkarten.
Der indische Künstler Samshad Ali gestaltete vor Ort seine Bilder und Grußkarten. © Foto: Max Schniepp
Schlierbach / Von Max Schniepp 12.03.2018
Auf dem Schlierbacher Ostermarkt wurde vielseitiges Handwerk rund um das Thema Ostern präsentiert.

Zum 27. Mal veranstaltete der Trachtenverein Schlierbach am Wochenende seinen Ostermarkt, auf dem Händler und Hobbybastler selbstgemachtes Kunsthandwerk ausstellten und ihre Werke zum Verkauf anboten. Zu sehen bekamen die Besucher alles rund ums Thema Osterdekorationen und Handarbeiten wie zum Beispiel Selbstgestricktes oder handbemalte Ostereier. „Schon um zehn Uhr, vor Eröffnung, standen die Leute an der Tür und warteten ungeduldig“, erzählt der Vereinsvorsitzende Werner Otterbein stolz. Der Markt habe sich in den vergangenen Jahren, sowohl bei den Besuchern, als auch bei Kunsthandwerkern, immer größerer Beliebtheit erfreut. Mit der Tradition des Schlierbacher Trachtenvereins, den Verkauf immer zur Osterzeit zu starten, passten die meisten Handwerker ihr Angebot an die Feiertage an.

Beim Durchqueren des Marktes fiel an jedem Stand ein ganz anderes und immer völlig individuelles Handwerksstück auf, nichts war wirklich gleich und viele Arbeitsweisen an sich schon eine Seltenheit.

Seit 20 Jahren macht die Göppingerin Rut Seber ihre Handarbeiten mit Leidenschaft. Dabei nutzt sie eine ursprünglich aus Italien stammende Technik namens „Klöppeln“. Bekannt ist diese vor allem im Erzgebirge, Franken und Niedersachsen. Hierzu werden die Wollfäden auf einer Art großen Rolle mit Tischbeinen von unten zwischen auf der Rollenoberfläche eingesteckten Nadeln verknüpft. So wird ein Spitzendeckchen über die Rolle nach hinten runter gewoben. Die Rentnerin zeigte die Technik vor sich immer wieder neu versammelndem Publikum. Die Handarbeit ist schon lägst zu ihrem Hobby geworden: „Für mich ist das einfach wie eine Sucht. Wenn ich in Zeitschriften oder Büchern etwas sehe, will ich das einfach ausprobieren“.

Etwas weiter, wieder an Mengen von gebastelten Osterdekorationen und Kränzen vorbei, verkaufte der indische Künstler Shamshad Ali seine handbemalten Bilder und Grußkarten. Die grob aus der Ferne betrachtet wie aus vielen kleinen Strichen gedruckten Motive von Tieren, Landschaften und Engeln scheinenden Werke, ergeben bei naher Betrachtung Worte aus der Bibel. Mit dieser Idee gestaltet der seit 1992 Deutschland lebende Inder ganze Textpassagen zu beeindruckenden Bildern.

Direkt gegenüber von Samshad Alis Stand bot die Näherin Nadine Ellwanger ihre selbstdesignte Kleidung für Jung und Alt an. Im Moment sei der Verkauf noch nur eine Art Nebenjob, aber als alleinige Geschäftsführerin freute sie sich über ihre Fortschritte mit der eigenen Website. „Wenn ich abends heimkomme, brauche ich wie andere das Fernsehen erst einmal meine Nähmaschine“, sagt Nadine Ellwanger.

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