Göppingen Schlaganfall-Mobil auf dem Marktplatz

Intensive Gespräche gab es gestern rund ums Thema Schlaganfall auf dem Göppinger Marktplatz.
Intensive Gespräche gab es gestern rund ums Thema Schlaganfall auf dem Göppinger Marktplatz. © Foto: Staufenpress
Göppingen / Claudia Burst 04.07.2018
Passanten nehmen bis zu 90 Minuten Wartezeit auf sich, um Schlagader prüfen zu lassen.

Es war eine konzertierte Aktion rund um das Thema Schlaganfall, die gestern auf dem Göppinger Marktplatz zahlreiche Besucher anzog. Dabei kooperierten das Klinikum Christophsbad mit den Alb-Fils-Kliniken, dem Deutschen Roten Kreuz und dem Diabetiker-Verband, um alle Elemente von der Vorsorge bis zur Nachbehandlung abzudecken. Anziehungspunkte für die Passanten waren sowohl ein Rettungsfahrzeug, bei dem drei Mitarbeiter zur professionellen Erstversorgung, Diagnostik und schnellem Transport Antworten gaben. Außerdem ein roter Doppeldecker-Bus der Firma Böhringer-Ingelheim. Darin informierte Kewal Lekha vom Diabetikerverband Göppingen über Diabetes, Jessica Hitzmann von der Schule für Pflegeberufe der Alb-Fils-Kliniken kontrollierte den Blutdruck und Ingeborg Lindauer vom Verein „Diabetiker Baden-Württemberg“ testete den Blutzucker.

Das Gesamt-Thema kam an bei den Passanten – manche nahmen bis zu 90 Minuten Wartezeit auf sich, um vor dem Bus ihre Halsschlagader per Ultraschall auf eine eventuelle Verengung überprüfen zu lassen. „Ja, bei einer Person haben wir tatsächlich eine gefährliche Verengung festgestellt“, bestätigte Katja Schlenker-Urban, Diagnostikerin vom Klinikum Christophsbad.

Hoher Blutdruck und Diabetes seien die schlimmsten Verursacher von Schlaganfällen neben Fettsucht, genetischer Veranlagung, hohem Alter oder Rauchen. Das machte Professor Bernd Tomandl, Chefarzt im Klinikum Christophsbad allen anschaulich deutlich, die von ihm Näheres zum Thema wissen wollten. Wichtig sei es, diese Risikofaktoren zu vermeiden. Wenn es jedoch zum Akutfall komme, sollten Anwesende mit einem so genannten FAST-Schnelltest den Betroffenen nach speziellen Anzeichen eines Schlaganfalls überprüfen und sofort den Notruf 112 anrufen. „Nicht selber fahren“, warnt Tomandl, denn nur beim Transport mit dem Rettungswagen würde bereits von unterwegs aus das Fachpersonal informiert und stünde bei Ankunft des Rettungswagens bereit. Im Christophsbad als spezialisierter Fachklinik für Schlaganfälle werde je nach Ursache des Schlaganfalls entsprechend gehandelt: entweder medikamentös oder mit einem Spezialkatheter, der ein eventuelles Blutgerinnsel aus dem Gehirn entfernt. „Auch nach der Akutbehandlung muss ein Schlaganfallpatient in einer spezialisierten Schlaganfall-Station behandelt werden“, machte der Facharzt deutlich.

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