Tanz Märchenhafte Stimmung dank Ballett

Familienunterhaltung mit farbenfrohen Balletteinlagen und zauberhaftem Pas de deux bot das Ballet Classique de Paris in seiner Inszenierung von Tschaikowskys „Nussknacker“ im gut besuchten Uditorium. Störend war die Musik vom Band.
Familienunterhaltung mit farbenfrohen Balletteinlagen und zauberhaftem Pas de deux bot das Ballet Classique de Paris in seiner Inszenierung von Tschaikowskys „Nussknacker“ im gut besuchten Uditorium. Störend war die Musik vom Band. © Foto: Tilman Ehrcke
Uhingen / Lilli Ell 02.01.2018
Das Ballet Classique de Paris machte mit dem Märchenklassiker „Der Nussknacker“ Station im Uhinger Uditorium.

Die weihnachtliche Geschichte vom „Nussknacker“, gepaart mit der Musik von Pjotr Tschaikowsky, sorgten dafür, dass im gut gefüllten, aber doch sehr nüchternen Uditorium Märchenstimmung aufkam. Allerdings erlitt die Stimmung durch die Musik vom Band doch einen kleinen Dämpfer.

Unter der Regie der Choreographin Jeanette Jacquet hat das Ballet Classique die Geschichte von E.T.A. Hoffmann kindgerecht und unterhaltsam eingerichtet. Erzählerin Esther Puzak verstand es, die Atmosphäre eines spannungsgeladenen Weihnachtsabends auf die Bühne zu zaubern und die kleinen und großen Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Die farbenfrohen Balletteinlagen trugen dazu bei, schöne Effekte zu erzielen.

Endlich ist der Weihnachtsabend da! Fritz und Klara, getanzt von Vlada Chumachenko, sind wie alle Kinder aufgeregt. Es wurden Freunde und besonders der Onkel Drosselmeier sehnlichst erwartet. Drosselmeier, getanzt von Lurii Korobchevkskyi, bastelt und werkelt, damit interessante Geschenke entstehen; zaubern kann er auch. Das Bühnenbild lenkte die Aufmerksamkeit auf das Geschehen, die Kostüme waren mit liebevollen Details, wie Spitzen, Hütchen, Reif- und Gehröcken ausgestaltet – ein zauberhaftes Bild bei den Tanzszenen. Das Bühnenbild verantwortete Jean Bonachi, die Kostüme stammten von Ruta Zitkauskaite. Für Klara hatte Drosselmeier ein besonderes Geschenk: eine Puppe, die wie ein Nussknacker aussah, getanzt von Karyna Cherchevych.

Die Kinder sind längst zu Bett gegangen und die Gäste haben sich verabschiedet, da erwacht Schlag zwölf das Zimmer. Eine große Schar Mäuse, angeführt vom dicken Mäusekönig, marschiert herein und tanzt um Klara und ihren Nussknacker herum. Drosselmeier hat alle ins Reich der Träume entführt, wo Klara eine wunderbare Reise erlebt.

Der Schneeflockenwalzer ist eine der schönsten Melodien in diesem Werk. Im Land der Zuckerfee werden Klara und der Nussknacker schon erwartet. Weil Klara den Nussknacker gerettet hat, gibt es ein rauschendes Fest mit gekonntem Spitzentanz und einem ausdrucksstarken Pas de deux von Zuckerfee Svitlana Kalaschnikova und dem Prinz. Es folgen ein rasanter russischer und ein orientalischer Tanz, dazu haben ein fantasievolles Paar aus dem Reich der Mitte ihren farbenfrohen Auftritt.

Der bekannte Blumenwalzer vervollständigte den zweiten Akt. Die Tanzeinlagen waren geschmeidig in den Bewegungen, mit genau aufeinander abgestimmten Schritten. Das Finale war noch einmal ein großer Auftritt für alle Mitwirkenden. Wenn auch die Synchronität nicht immer gegeben war, der Spitzentanz nur im Pas de deux nicht wackelte, so war es für das Publikum eine gelungene Aufführung, die viel Applaus bekam.

Die kleinen Zuschauer waren gut vorbereitet. „Hast du etwas wiedererkannt?“, fragte eine Mutter am Ausgang die Tochter. „Ja, schon einiges!“, war die Antwort. So gab es auch begeistert Beifall und auf dem Parkplatz noch kurze Tanzeinlagen der Ballett-begeisterten kleinen Mädchen.

Eines der populärsten Ballette weltweit

Die Geschichte „Nussknacker und Mausekönig“ stammt von E.T.A. Hoffmann. Die Version von Alexandre Dumas hat später Pjotr Iljitsch Tschaikowski vertont und zu einem der populärsten Ballette weltweit gemacht. Bis heute steht es in vielen Theatern und Opernhäusern auf dem Spielplan, meist in der Zeit um Weihnachten. Am 18. Dezember 1892 wurde sie zum ersten Mal in Sankt Petersburg aufgeführt in der Choreographie von Lew Iwanow, weniger als ein Jahr vor Tschaikowskis Tod. Die offene Dramaturgie des Balletts und die Verbindung von märchenhaften Momenten forderten immer wieder neue Choreographien heraus. So haben z.B. Rudolf Nurejew und John Neumeier dazu Choreographien geschrieben.

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