Tourismus Wandern: Schilderwald lockt Diebe an

Wohl dem, der hier nicht den Überblick verliert: Beschilderung der Wanderwege rund um den Hohenstaufen.
Wohl dem, der hier nicht den Überblick verliert: Beschilderung der Wanderwege rund um den Hohenstaufen. © Foto: Reinhard Haupt
Kreis Göppingen / Dirk Hülser 03.08.2018
Unzählige Tafeln an einem einzigen Pfosten in Hohenstaufen sorgen für Verwirrung. Löwenpfad-Schilder sind offenbar beliebte Souvenirs.

Wanderer, die hier vorbeikommen, sollten eine längere Rast einplanen: Ganze 18 Schilder – gelb und blaugrün – sind an einem Pfosten in Hohenstaufen angebracht, um den richtigen Weg zu weisen. Die auf den Blechtafeln aufgeführten Ziele sind meist die gleichen, in die eine Richtung geht’s zur Ruine, in die andere zur Albvereinshütte. Mal sind es 6,3 Kilometer nach Wäschenbeuren, mal 9,2 – wer in die andere Richtung geht, hat nur 5,1 Kilometer vor sich, auch zum Wäscherschloss geht es in verschiedene Richtungen.

Reinhard Haupt aus Hohenstaufen hat den Schilderwald auch gesehen und spricht von einer „Absurdität“. Er verweist darauf, dass es bislang ein einziges Schild getan hätte, wo jetzt 18 hängen. Um die Schilder kümmert sich im Landratsamt federführend Tourismusförderer Holger Bäuerle. Er räumt ein, dass dort tatsächlich sehr viele Schilder hängen: „Sie haben jetzt den Pfosten genannt, der die meisten Schilder im Landkreis hat.“  Es sei so, dass sehr viele Wanderwege über den Hohenstaufen führten, „das ist eben das Highlight“.

Das Beschilderungskonzept des Schwäbischen Albvereins sehe vor, dass jeder Weg eigens gekennzeichnet sei, auch mit eigenen Symbolen. „Deshalb hat man auch die unterschiedlichen Kilometerangaben“, meint Bäuerle. „Je nach Weg.“ Er fügt an: „Ich maße mir jetzt nicht an, das Konzept des Albvereins zu beurteilen.“ An den meisten anderen Stellen sei die Anzahl der Schilder aber „wirklich überschaubar“, unterstreicht Bäuerle. „Das sind meistens zwei bis drei Schilder.“ Auch für die unterschiedlichen Farben der Tafeln hat der Tourismusförderer eine Erklärung: Gelb stehe für Fernwanderwege, blaugrün für die örtlichen Rundwege.

In zwei Wochen sollen dann alle Schilder der neuen Freizeitwegekonzeption des Landkreises aufgestellt sein, anschließend werden noch Infotafeln und Wegemarkierungen angebracht. Die Mountainbikewege sind indes noch nicht fertig. „Die befinden sich noch im Genemigungsverfahren, das liegt beim Regierungspräsidium“, sagt Bäuerle. Er rechnet damit, dass drei der geplanten sieben Routen in diesem Jahr freigegeben werden können.

Noch sind nicht alle Wege beschildert und schon fehlen die ersten Schilder: „Vor allem Schilder der Löwenpfade werden ganz offenbar als Trophäen gestohlen“, bedauert Bäuerle. Fein säuberlich würden die Tafeln abgeschraubt und die Schrauben anschließend wieder in die Gewinde gedreht. „Wir vermuten, dass das Trophäenjäger sind, deshalb bieten wir die Schilder jetzt zum Kauf an.“

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