Bad Ditzenbach Ditzenbacher Krippen unter dem Weihnachtsbaum

Bad Ditzenbach / Heike Siegemund 03.12.2018
81 Krippen waren am Wochenende in Bad Ditzenbach zu sehen. Bürger hatten ihre schönsten Stücke für eine Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Was haben die Ditzenbacher unter dem Christbaum stehen? Einen kleinen privaten Einblick gaben 81 Familien am Wochenende, die ihre Weihnachtskrippen etwas früher vom Dachboden oder aus dem Keller geholt hatten und ihre Schätze dem Bad Ditzenbacher Kulturverein zur Verfügung stellten.

Der Verein hatte eine Krippenausstellung organisiert: In der alten Dorfkirche, im Treffpunkt Miteinander sowie im Schaufenster des Fotostudios Jennewein wurden die Exponate präsentiert. Ein weiteres größeres Exemplar ziert noch über die gesamte Adventszeit den Thermalbad-Eingang. Auch auf dem Platz vor der alten Dorfkirche hatten die Veranstalter einen Stall mit großen, von Hendrik und Signy Kuhn selbst gefertigten Krippenfiguren aus Holz aufgestellt, die ebenfalls noch bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag die Blicke auf sich ziehen.

Faszinierende Vielfalt

So waren am Wochenende zahlreiche Besucher in der Ortsmitte anzutreffen; am Samstag verbanden sie den Besuch des Weihnachtsmarkts im und rund ums Haus des Gastes mit einem Abstecher zur Krippenausstellung. Zum Abschluss der zweitägigen Aktion luden die Macher des Kulturvereins um den Vorsitzenden Hendrik Kuhn und seinen Stellvertreter Wolfgang Staudenmeyer am Sonntagabend zu Glühwein und Punsch ein. Dabei wurde auch die erste Kerze eines Adventskranzes entzündet, der die Bad Ditzenbacher in der Dorfmitte durch die Vorweihnachtszeit begleitet.

Zu bestaunen gab es vielfältige Krippen unterschiedlicher Machart: große und winzige, moderne und klassische, detailverliebte und schlichte, qualitativ hochwertige und einfache. Viele davon haben die Besitzer selbst gebaut, manche wurden geerbt oder auch von Reisen als Souvenir mitgebracht. So waren etwa eine Krippe aus Peru und eine aus Nepal zu sehen. Ins Auge stach auch eine größere alpenländische Krippe aus dem Allgäu mit vielen verspielten Einzelheiten: Wer durch die Fenster blickte, entdeckte auf einem Tisch Teller, Tassen und Brotlaibe, an einer Kirche läuteten die Kirchturmglocken, es gab ein Backhaus, einen Brunnen und sogar ein Toilettenhäuschen.

Jüngster Krippenbauer ist 13

Ausgestellt waren auch Kinderkrippen, wie eine von Playmobil: „Die Idee der Familie war, dass die Kinder mit den Krippenfiguren spielen können“, erzählte Staudenmeyer. Überhaupt konnte er so manche Anekdoten der Krippen-Besitzer weitergeben: So fehlt in einer der Krippen, die zwischen 1920 und 1930 gebaut wurde, seit zwei Jahren das Jesuskind, weil der Familienhund offenbar von dieser Figur sehr angetan war. Der jüngste Krippenbauer ist ein 13-jähriger Bad Ditzenbacher: Seit drei Jahren arbeitet er an seiner Schindelkrippe mit selbst geschnitzten Figuren, in der noch die Heilige Familie fehlt. Für die Veranstalter war dies kein Grund, die Krippe nicht zu zeigen. Gelernt hat der 13-Jährige das Schnitzen bei einem Schreiner aus Auendorf, der bei der Ausstellung ebenfalls sein Werk präsentierte.

Das Gros der Krippen wurde um 1960 gebaut, berichtete  Staudenmeyer. Bei der ältesten handelt es sich um die Dorfkrippe aus dem Jahr 1707, die sich in einem Seitenaltar in der alten Dorfkirche befindet. Imposant waren auch die großen Krippenfiguren, welche die evangelische Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt hatte. Ganz anders wirkte indes eine Papierkrippe zum Aufklappen, die zwischen 1910 und 1920 entstanden ist. „Damals hatten die Leute eben nicht viel Geld“, erläutert Staudenmeyer.

Nächste Schau schon im Blick

Die Figuren der Krippen bestehen unter anderem aus Ton oder Holz oder waren aus Wachs gegossen. Zu sehen gab es Wurzelkrippen, eine Krippe, die ein Junge vor 25 Jahren im Ditzenbacher Kindergarten mit Schwester Fidelius gebastelt hatte, eine Miniatur-Krippe in einer halben Walnuss-Schale und vieles mehr. „Überglücklich“ war Wolfgang Staudenmeyer, weil „viele ganz tolle Varianten“ zusammenkamen. Auch Hendrik Kuhn freute sich über die große Resonanz aus der Bevölkerung und den guten Zulauf am Wochenende: „Viele sagten, dass wir die Ausstellung unbedingt wieder machen sollen. Sie hätten niemals gedacht, dass es so viele unterschiedliche Krippen bei uns gibt.“

Die Exponate bleiben noch bis Dienstag stehen, damit Kindergartenkinder und Grundschüler die Krippen bewundern können.

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