Uhingen Sanierung um ein Jahr verschoben

Die bekannte Optik der Cäcilienkirche wird sich durch die Sanierung nicht allzusehr ändern.
Die bekannte Optik der Cäcilienkirche wird sich durch die Sanierung nicht allzusehr ändern. © Foto: Giacinto Carlucci
Uhingen / Ingrid Zeeb 21.08.2018
Die Sanierung der Uhinger Cäcilienkirche wurde verschoben, um nicht mit der Jubiläumsfeier in Konflikt zu geraten.

Die Renovierung der Uhinger Cäcilienkirche wird um ein Jahr verschoben. Der Grund ist, dass die Planung der umfangreichen Baumaßnahme und die Abstimmung mit dem Denkmalamt länger dauerte als gedacht. Und dann steht nächstes Jahr das große Jubiläum „500 Jahre Cäcilienkirche“ an. Die Bauarbeiten hätten sich möglicherweise mit den Feierlichkeiten überschnitten, das wollte man auf jeden Fall vermeiden, sagt Pfarrer Martinus Kuhlo. „Wir hätten gern in einer renovierten Kirche unser Chorweihe-Jubiläum gefeiert“, bedauert er, „aber die Vorbereitungen für die Renovierung waren so intensiv und haben außerdem weiteren Sanierungsbedarf aufgeworfen, sodass wir die Reihenfolge umgedreht haben und erst ab September nächsten Jahres renovieren.“

Tatsächlich hatten die beteiligten Baufachleute, als sie das Gotteshaus genauer unter die Lupe nahmen, festgestellt, dass im Dachstuhl Schäden schlummern, die zuvor noch nicht bekannt waren. Und das sowohl über dem Chor als auch über dem Kirchenschiff. Auch eine Statikerin aus Stuttgart, eine Expertin für historische Dachstühle, wurde herangezogen. Die Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt in Stuttgart sei zuweilen zeitaufwendig, sagt der Pfarrer. „Doch wenn nach über 50 Jahren die zentrale historische Kirche renoviert wird, sollte nicht unter Zeitdruck geplant und vor allem nicht unter Zeitdruck gebaut werden.“

Seit November schon sind die Kirchengemeinderäte in einer intensiven Planungsphase. Eine erste Kostenschätzung ging von 1,1 Millionen Euro aus, doch darin ist der Mehraufwand für den Dachstuhl noch nicht enthalten. „Etwa 60 Prozent müssen wir als Kirchengemeinde selbst aufbringen“, sagt Martinus Kuhlo, mit 40 Prozent Zuschüssen von der Landeskirche und vom Kirchenbezirk können die Uhinger rechnen. „Zum Glück sind die Uhinger sehr großzügige Spender“ freut er sich. „Doch wir haben das Geld noch nicht beisammen.“

Wie alt die Kirche tatsächlich ist, weiß man nicht. „Im Konstanzer Verzeichnis ist 1275 eine Uhinger Kirche erwähnt, aber niemand weiß heute mehr, was das für eine Kirche war“, weiß der Pfarrer. 1519 wurde Chorweihe gefeiert, seitdem heißt das Gotteshaus Cäcilienkirche. Vom Baustil her hat sie einen gotischen Grundbestand, der auch dominant ist. Doch in der Zwischenzeit fanden zahlreiche Renovierungen statt, die diesen Stil teilweise überlagert haben. So wurde später eine barocke Kanzel eingebaut. Eine bauliche Sanierung aus dem Jahr 1912 hat ihre Spuren hinterlassen, ebenso Eingriffe in den 50er Jahren, als Motivglasfenster eingesetzt wurden, und in den 60er Jahren, als die Orgel versetzt wurde. Außerdem gibt es noch einen ganz alten romanischen Türdurchgang.

Die Cäcilienkirche hat eine Besonderheit, und an der wird sich auch nichts ändern: „Wir haben einen sehr großen Chor im Verhältnis zum Schiff“, weiß Pfarrer Kuhlo. „Das hängt damit zusammen, dass man  im 17. Jahrhundert einen großen Chor an ein kleineres Schiff angebaut hatte, weil man später auch das Schiff erweitern wollte. Das ist aber nie geschehen.“

So kann man den Kirchenraum auf drei Weisen nutzen: Entweder wird im Kirchenschiff Gottesdienst gefeiert, dann bleibt der Chor leer. Oder es wird nur im Chor gefeiert. Bei großen Gottesdiensten wird dann der ganze Raum genutzt. Der Pfarrer schätzt es, dass bereits jetzt schon um den Altar herum eine freie Fläche ist. Diese entstand durch die Renovierung in den 60er Jahren, als man eine Empore im Chor entfernte. „Wir können beim Abendmahl um den Altar herumstehen, das ist sehr schön.“

Welche Arbeiten geplant sind

Technik Vor allem geht es bei der Sanierung der Uhinger Cäcilienkirche darum, die Heizungs- und Beleuchtungstechnik auf den heutigen Stand zu bringen, erläutert Pfarrer Martinus Kuhlo. Für die Besucher am sichtbarsten wird wohl ein Akzent sein, den die Kirchengemeinde im Eingangsbereich setzen möchte: Einige Bänke sollen herausgenommen werden, sodass ein kleines Foyer entsteht, wie es in vielen renovierten Kirchen heute üblich ist. Auch vor dem Altar soll ein bisschen mehr „Luft“ größere Flexibilität für verschiedene Gottesdienstformen ermöglichen. Allerdings hat das Denkmalamt noch nicht sein letztes Wort gesprochen.

Behindetengerecht Die bestehenden Kirchenbänke werden bleiben, aber eventuell durch einige Änderungen bequemer werden. Auch an den Einbau einer behindertengerechten Toilette ist gedacht.

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