Porträt Sandra Skutta ist Gestalterin mit Leib und Seele

Ob als Leiterin ihrer Agentur, als Präsidentin des Lions-Clubs oder als Grafikerin – Sandra Skutta gestaltet gerne mit.
Ob als Leiterin ihrer Agentur, als Präsidentin des Lions-Clubs oder als Grafikerin – Sandra Skutta gestaltet gerne mit. © Foto: Giacinto Carlucci
Rechberghausen / Sabine Ackermann 14.06.2018

Bei uns hat Ihr Wort Gewicht, aber wir wollen auch mitreden“, drückt Sandra Skutta auf ihrer Geschäfts-Homepage von „büro punkt.“ unmissverständlich aus, wie sie sich seit ihrer Selbstständigkeit 1994 konsequent für ihre Kunden aus unterschiedlichsten Branchen engagiert.

„Beruflich gesehen habe ich mir schon früh Gedanken gemacht, wie groß will ich werden?“, erzählt die Diplom-Designerin mit Fachhochschul-Abschuss von ihrem stringent verfolgten Ziel, nicht zu viele Mitarbeiter zu beschäftigen, damit, wie sie sagt: „Ich es selber noch gestalten kann“. Sie habe ja nicht BWL studiert, um dann nachher eine Werbeagentur zu leiten und Grafiker zu beschäftigen, berichtet  Skutta und betont: „Ich bin Gestalterin und zwar mit Leib und Seele. Mein Ziel war immer, dass es mir wichtig ist, dass ich mir das gönne. Beschäftigt man zu viele Mitarbeiter, dann kann man nicht mehr selber mitgestalten, dann ist man nur noch ein Supervisor und schaut kurz drüber, ob alles in Ordnung ist.“

Für die 49-Jährige, die zu ihrem Beruf durchs Lesen kam, ist ihre Arbeit eine Berufung. „Irgendwann sind mir die verschiedenen Schriftbilder aufgefallen, aufgebaut wie eine Typografie. Das hat mich interessiert, deshalb absolvierte ich ein Vorpraktikum bei einem bekannten Grafiker.“ In Eislingen geboren, lebte und studierte sie nach ihrem Abitur Betriebswirtschaftslehre dann in Schwäbisch Gmünd „Visuelle Gestaltung“, heute besser unter „Visuelle Kommunikation“ bekannt, was der Sache näher kommt, wie Sandra Skutta findet.

Ab 1993 sammelte sie als selbstständige Projektleiterin in Schwäbisch Gmünd erste Erfahrungen in diesem Metier. Ebenfalls in dieser Stadt gründete sie mit 25 Jahren zusammen mit zwei Kommilitoninnen „büro punkt.“, die Ideenschmiede für visuelle Gestaltung, Medienkonzepte und Internetservice. Drei Frauen, die zusammen ihr Diplom gemacht und danach gut eineinhalb Jahre ein Ausstellungskonzept für den Bundesverband der Gas- und Wasserwirtschaft in Bonn erarbeitet und vermarktet haben. Weil sie zu dritt waren, musste ein Firmenname her, der für alle geht und passt. „Der Punkt ist der kleinste Nenner der visuellen Gestaltung“, erklärt Sandra Skutta den Gedanken der Agenturbezeichnung dahinter.

1996 löste sich das Trio auf, eine wollte nur dieses Projekt begleiten, die andere legte den Fokus auf ihre Familienplanung. Die kinderlose Designerin Sandra Skutta zog dann der Liebe wegen nach Rechberghausen, richtete sich in dem Gebäude der ehemaligen Krone ihr Büro ein. Als kreativ outete sich die 49-Jährige bereits auf dem Erich-Kästner-Gymnasium in Eislingen, seinerzeit hatte sie den bekannten „Schelmen-Zeichner“ Siegfried Wagner als Kunstlehrer. „Damals habe ich mir schon überlegt, ob ich in die künstlerische Richtung gehe“, berichtet sie und verrät: „Gerne würde ich wieder Aquarelle malen, Plastiken oder Skulpturen gestalten.“ Doch derzeit sei das ein absolutes Wunschdenken, denn die Zeit für private Vergnügungen im künstlerisch-kreativen Bereich habe sie schon lange nicht mehr, bedauert die vielseitige Designerin. Unter Grafik verstehe man ja keine Kunst, „weil wir uns damit nicht selber oder eine gesellschaftliche Strömung ausdrücken“, klärt Sandra Skutta auf und ergänzt: „Die Idee ist das Wichtige, ist vielleicht die Parallelität der Kunst. Bei uns geht’s nicht um Selbstausdruck, um die eigene Reflektion, wir übersetzen einfach die Dienstleistung des Produkts.“ Vom „Geistesblitz bis zum Konzept – ob das Barbarossa 24-Stunden-Schwimmen, das Hirsch- und Blümchen-Logo der Gartenschau oder der Göppinger Veranstaltungskalender – die Themen auf den Broschüren, Flyern, Heften oder Plakaten sind vielfältig.

Wichtig ist Skutta der Dialog mit allen Menschen, auch im ehrenamtlichen Bereich, wie dem Lions Club Göppingen, wo sie bis Juli 2017 das Amt der Präsidentin inne hatte. In dieser Vereinigung, dessen offizielles Motto „We serve“ oder „Wir dienen“ lautet und die erst seit 1989 auch Frauen aufnimmt, verpflichtet sich jedes Lions-Mitglied den Dienst am Nächsten über seinen persönlichen Profit zu stellen. „Uns ist ganz wichtig, etwas für das Haus Linde oder das Frauenhaus zu machen“, so die Geschäftsfrau und betont: „Macht man was Sinnvolles in seiner Freizeit, kriegt man das Feedback ja gleich zurück und das treibt einen an.“

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