Salach Salacherin hat Traumjob an der Copacabana

Sandra Littfaß arbeitet für das deutsche Konsulat in Rio und hat die Olympiateilnehmer empfangen.
Sandra Littfaß arbeitet für das deutsche Konsulat in Rio und hat die Olympiateilnehmer empfangen. © Foto: Privat
Salach / TOMAS CABANIS 06.08.2016
Die Salacherin Sandra Littfaß arbeitet am deutschen Konsulat in Rio. Sie kümmert sich derzeit um die Betreuung der deutschen Olympiasportler.

Nach dem Start in Amerika, einer Versetzung nach Kamerun, einem Zwischenstopp in Lettland und vier weiteren  Ländern ist Sandra Littfaß letztes Jahr in Rio de Janeiro angekommen. Im Generalkonsulat des Auswärtigem Amtes arbeitet sie als Verwaltungschefin. Erst diese Woche traf sie die deutschen Olympiateilnehmer beim Einzug in deren Quartiere im olympischen Dorf. Die 46-Jährige, die ihren Traumjob gefunden hat, kommt aus Salach. Zurzeit lebt die gebürtige Göppingerin mit ihrem Ehemann und ihren Kindern in der zweitgrößten Stadt Brasiliens, Rio de Janeiro. Im Zentrum der Metropole liegt das Konsulat, in dem sie arbeitet.

In enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen olympischen Sportbundes (DOSB) ist Sandra Littfaß zuständig für die Organisation des Aufenthalts der deutschen Sportler. Erst diese Woche wurde das Konsulat zu einem Treffen mit dem „Team Germany“ eingeladen. Bei der Zeremonie zum Einzug der deutschen Mannschaft ins olympische Dorf hatten die Verwaltungschefin und ihr Team die Möglichkeit, sich mit den Sportlern zu unterhalten. Das deutsche Team zeigte den Diplomaten ihre Unterkünfte und führte sie über das Gelände.

Diebstahl? "Wir kümmern uns darum und sprechen mit den Behörden"

 „Wenn Delegationen oder Minister aus Deutschland nach Rio de Janeiro kommen, sind wir für sie da und versuchen ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten“, erklärt die Salacherin. „Wenn ein Deutscher einen Verlust oder einen Diebstahl meldet, kümmern wir uns darum und sprechen mit den brasilianischen Behörden, die meist kein fließendes Englisch sprechen können.“ Ihre Arbeit gefällt der lebensfrohen Frau: „Ich habe viele Kulturen kennengelernt und unterschiedliche Erfahrungen über die Jahre sammeln können“, erzählt sie im Telefongespräch.

Die Diplomatin betont, dass jedes Land seine Vorzüge habe und sie nicht von einem „Lieblingsland“ sprechen möchte. „Trotzdem muss ich sagen, dass ich mich sehr zu Afrika hingezogen fühle“, fügt sie hinzu. Die Beamtin arbeitete in den Ämtern von Kamerun, Lettland, Amerika, Malawi, Uganda und Kenia. Oft verlängerte sie ihre Aufenthalte in den afrikanischen Ländern oder wechselte zwischendurch auch mal nach Berlin. In welche Länder sie nach vier Jahren versetzt wird, kann sie nicht komplett bestimmen, aber beeinflussen. Sandra Littfaß kann Deutsch, Französisch, Englisch und neuerdings auch Portugiesisch sprechen. „Schon zu meiner Schulzeit habe ich Sprachen bevorzugt und das Reisen geliebt.“, erzählt sie.

Auf den Job ist sie zufällig gestoßen: Nach einem Werbespot im Radio bewarb sich die damalige Abiturientin beim Außenministerium. Im Jahr 1989, in dem sie auch ihr Abitur im Erich-Kästner-Gymnasium in Eislingen gemacht hat, bekam sie den Job.

Mit dem Aupair-Mädchen der Familie kann Schwäbisch gesprochen werden. Der Nachwuchs wird nämlich von einer Göppinger Abiturientin betreut, die einen Sprachkurs an der Copacabana macht. „Sie möchte portugiesisch lernen und durch meinen Bruder, der in Ebersbach wohnt, haben wir mit ihr Kontakt aufgenommen“, sagt Littfaß.