Salach Salacher Seniorenstripperin erhält die Staufermedaille

Seniorenstripperin Rosemarie "Klärle" Böhringer aus Salach bei einem ihrer zahlreichen Auftritte. Sie wird jetzt mit der Staufermedaille ausgezeichnet.
Seniorenstripperin Rosemarie "Klärle" Böhringer aus Salach bei einem ihrer zahlreichen Auftritte. Sie wird jetzt mit der Staufermedaille ausgezeichnet. © Foto: Iris Ruoss
IRIS RUOSS 08.09.2015
Mit ihrem Seniorenstrip sorgt Rosemarie Böhringer seit Jahren für Unterhaltung. Die Salacherin hat damit mehr als 250.000 Euro Spendengelder gesammelt. Jetzt wird sie mit der Staufermedaille ausgezeichnet.

"Was soll ich da groß erzählen", sagt Rosemarie Böhringer bescheiden. Und bescheiden ist die 70-jährige Salacherin wirklich, denn seit rund 20 Jahren ist sie als Seniorenstripperin bekannt und beliebt. Wenn man es genau betrachtet, könnte Rosemarie Böhringer allein von ihren Auftritten ganz gut leben, wenn sie das Geld, das sie für die originellen Bühnenauftritte bekommt, in die eigene Tasche wirtschaften würde.

Die Seniorin hat sich allerdings zum Ziel gesetzt, soziales Engagement zu beweisen. In ihrem "Einnahmenbüchle" notiert sie seit 1998 akribisch jeden Cent, den sie für ihre Auftritte eingespielt hat. "275 000 Euro", nennt sie eine doch erstaunliche Summe. Früher habe sie im Metzgerchor gesungen. "Viele der Sänger gingen sehr gerne zum Schwimmen", sagt Böhringer. Deshalb hat sie aus einer Laune heraus ein Kostüm genäht, mit dem sie sich in einen alten, nackten Mann verwandeln konnte und bei der Fasnet einen Auftritt hingelegt, der den Zuschauern die Tränen in die Augen trieb. Auch beim Geburtstag ihrer Mutter hat sie gestrippt und dann ein Körbchen für Spenden durch die Reihen der Gäste geschickt. "So hat das alles angefangen", erzählt Böhringer, die in Salach nur "Klärle" genannt wird.

Mittlerweile hat die lebenslustige Salacherin mehr als 2000 Mal die Hüllen fallen lassen, nicht nur als Mann, sondern auch als Frau. "Das ist mein Leben, wie eine Sucht", sagt Böhringer. Die ersten Spendengelder gingen noch nach Afrika, dann an die Uniklinik in Ulm, für an Leukämie erkrankte Kinder. Schon lange ist sie jetzt für das Stuttgarter Kinderkrankenhaus "Olgäle" im Einsatz. Runde Geburtstage, Firmenfeiern, Hochzeiten, Fasnetsveranstaltungen - dies sind nur einige Anlässe für die Rosemarie Böhringer gebucht wird, die Spendenkasse immer mit dabei. "Meistens kommen pro Auftritt rund 100 Euro zusammen", weiß sie. Zwischendurch sind die Zuschauer aber auch spendabler und stecken auch mehrere hundert Euro in ihre Spendenbox. "Es kommt schon vor, dass ich auch auf der Straße mal 50 Euro in die Hand gedrückt bekomme", erzählt die Seniorin, die sich über dieses Vertrauen freut.

Rund um Salach, aber auch in Stuttgart, Ulm, Biberach und im Remstal ist sie bekannt, in Heidelberg und Ludwigshafen hat sie ebenfalls schon für Unterhaltung gesorgt und auch in Österreich bestens unterhalten. Mindestens einmal pro Woche ist sie unterwegs. In ihre Seniorenstrip-Nummer sei sie langsam reingewachsen. "Je besser die Zuschauer drauf sind, desto mehr lege ich los", lacht "Klärle", die immer einen flotten Spruch und ein paar Witze im Gepäck hat. Ans Aufhören denkt das Salacher Urgestein nicht. "Vielleicht einmal ein bisschen kürzer treten", meint Böhringer und fügt hinzu: "Wenn ich dann gebucht werde, kann ich ja doch nicht nein sagen."

Über schöne Masken, die sie für ihre Rollen im Eva- und Adamskostüm nutzen könnte, würde sie sich freuen. "Schöne Masken sind sehr schwer zu bekommen, vielleicht hat jemand eine im Keller rumliegen", sagt Böhringer, denn der Maskenbildner verlange rund 300 Euro für jede Anfertigung und das Geld möchte Böhringer lieber für den guten Zweck investieren. Für ihr immenses Engagement wird Rosemarie Böhringer jetzt mit der Staufermedaille ausgezeichnet. Über diese Landesauszeichnung freut sie sich ganz besonders. "Das ist für mich eine große Würdigung für meinen Einsatz", betont sie.