Salach Salacher Brennerei Kaiser feiert Blütenfest

Jürgen Kaiser (links), Chef des traditionsreichen Betriebes, und sein Brennassistent Michael "Mimi" Schübl machen am Sonntag Dampf in der Destille. Mit Leidenschaft hat sich Jürgen Kaiser der Brennerei verschrieben.
Jürgen Kaiser (links), Chef des traditionsreichen Betriebes, und sein Brennassistent Michael "Mimi" Schübl machen am Sonntag Dampf in der Destille. Mit Leidenschaft hat sich Jürgen Kaiser der Brennerei verschrieben. © Foto: Ulrike Luthmer-Lechner
Salach / ULRIKE LUTHMER-LECHNER 30.04.2014
Brennereigeschichte hautnah gibt es am Sonntag in der Salacher Destillerie und Obstweinkellerei Kaiser zu erleben. Aus Anlass des 150-jährigen Brennereirechts wird ein buntes "Blütenfest" gefeiert.

Jürgen Kaiser, Chef der Salacher Brennerei Kaiser, hat sich mit Leib und Seele den Erzeugnissen von den eigenen Streuobstwiesen verschrieben. "Rund 350 Bäume werden von uns selbst bewirtschaftet und gepflegt", sagt der 53-Jährige, der in vierter Generation die Brennerei in der Salacher Jahnstraße betreibt. Ihr Ursprung liegt, laut der ersten Dokumentation 150 Jahre zurück. 1864 erhielt der Küfer Andreas Schmied das Recht zum Branntweinbrennen, fünf Jahre später dann die Genehmigung zum Ausschank, allerdings mit der Auflage, auch andere Getränke, wie etwa Most, anzubieten.

Die Schankwirtschaft florierte. Nach dem Tod von Andreas Schmied betrieb seine Frau Katherine den beliebten Treffpunkt weiter. 1887 heiratete sie den Küfer Bernhard Kaiser und eine traditionsreiche Geschichte in Salach nahm ihren Lauf. Wann das Lokal den Namen "Schankwirtschaft zur Turnhalle" bekam, ist nicht genau nachvollziehbar. Sohn Georg übernahm jedenfalls 1928 nach dem Tod des Vaters den Betrieb und beantragte die Ausdehnung der Wirtschaftskonzession.

"1957 führte dann mein Vater Otto das Erbe fort", sagt der Destillateur. Der heute 92-jährige Küfermeister Otto Kaiser baute den Familienbetrieb mit seiner Frau Margaliese in den Folgejahren weiter aus.

In den 70er Jahren begann Otto Kaiser, die Qualität der Brennereierzeugnisse zu verbessern und hob den "Salacher Hock" aus der Taufe. Bis heute wird das Fest jährlich in der Kaffeegasse gefeiert. "Damals standen noch die alten Kastanien auf dem Platz und boten einen herrlichen Ort zum Verweilen", erinnert sich Jürgen Kaiser, der 1999 den elterlichen Betrieb samt Landwirtschaft übernahm. Er verschrieb sich ganz der Obstweinproduktion, der Mosterei, den Fruchtsäften sowie Destillaten und Likören. Er investierte in die technische und bauliche Modernisierung. "Ich möchte das Lebenswerk und Vermächtnis meiner Eltern erhalten", sagt der Firmenchef, der sich über die Mithilfe seiner Geschwister ebenso wie über das Verständnis der Nachbarn freut.

Unterstützung erfährt er seit einem Jahr von seinem Neffen Michael Schübl. Der Fruchtsafttechniker ist begeistert bei der Sache. "Ich kann kreativ sein und neue Geschmacksrichtungen ausprobieren, das macht Spaß." Was er drauf hat, zeigt er beim "Blütenfest" am Sonntag ab 10 Uhr. Nach dem Frühschoppen gibt es ein Schaubrennen mit ordentlich Dampf in der Destille nebst Verkostung. Nach einem deftigen Keltereimenü besteht ab 13 Uhr die Möglichkeit zur Blütenwanderung. Der Salacher Bürgerbus holt die Interessenten kostenlos ab und fährt sie in Richtung Kapfhof. Unter den Obstbäumen wird die Kultur- und Landschaftsführerin Angelika Weber rund 45 Minuten über den Nutzen der Streuobstwiesen sprechen. Parallel dazu erwartet die Besucher im Hause Kaiser allerlei Leckeres sowie interessante Informationen von Imker Markus Blessing.