Panoramastraße Salach gibt finales Ja für Wohngebiet

Salach / Maximilian Haller 02.08.2018
Salach stellt die Weichen für das umstrittene Bauprojekt „Panoramastraße“. Heftige Kritik kam von Seiten der Bürgerinitiative „Bauwahn Salach“.

Die Zuschauerränge im Gemeinderat Salach waren bei dessen jüngster Sitzung gut gefüllt. Das große öffentliche Interesse galt vor allem dem umstrittenen Bauvorhaben „Panoramastraße“. Auf dem rund 3000 Quadratmeter großen Gebiet im Norden der Gemeinde will der Bau- und Sparverein vier Wohnblocks mit insgesamt 25 Wohnungen errichten. Der Gemeinderat hat nun mit dem Bebauungsplan die städtebaulichen Voraussetzungen dafür geschaffen.

Der Weg dorthin war lang und steinig. Im März 2017 ruhte das Genehmigungsverfahren vorübergehend. Die Gemeindeverwaltung bemängelte damals in der Sitzungsvorlage die Überschreitung der im Bebauungsplan festgelegten Traufhöhe bei Treppenhäusern, Quergiebeln und Aufzugschächten der Gebäude. Erst im Juli vergangenen Jahres wurde das Einvernehmen zum Baugesuch erteilt, nachdem der Bau- und Sparverein das Vorhaben von 30 auf 25 Wohnungen abgespeckt hatte.

Widerstand hatte es bereits im Vorfeld von der Bürgerinitiative „Bauwahn Salach“ gegeben. In der vergangenen Sitzung des Gemeinderats machte die Vereinigung erneut ihrem Ärger über das Bauprojekt Luft. „Wir sind entsetzt und enttäuscht“, sagte  Martin Hofmann. Der Sprecher der Initiative warf den Gemeinderatsmitgliedern vor, die Belange und Bedenken der Bürger „mit einem müden Lächeln unter den Tisch gekehrt“ zu haben.  100 Mitglieder der Gemeinde seien im Stich gelassen worden, erklärte Hofmann. Zudem seien die Bürger nicht ausreichend über das Bauvorhaben informiert gewesen.

Hofmann bemängelte darüber hinaus, dass Gemeinderatsmitglied Dieter Merath an dem Bauprojekt beteiligt sei: „Das hat schon ein Gschmäckle.“ Merath sitzt im Aufsichtsrat des Bau- und Sparvereins, der das Projekt „Panoramastraße“ realisiert. Laut Salachs Bürgermeister Julian Stipp sei dies jedoch von Anfang an bekannt gewesen. Das Gemeinderatsmitglied sei dementsprechend für befangen erklärt und von den Abstimmungen ausgeschlossen worden.

Auch die Brandschutzvorkehrungen in der Wohnanlage wurden von der Bürgerinitiative thematisiert. Diese würden lediglich aus Feuertreppen bestehen – im Falle eines Brandes seien diese laut Hofmann nicht ausreichend. Der Sprecher der Initiative erhob schwere Vorwürfe gegen den Gemeinderat: „Ich mache euch verantwortlich für jeden, der dort verbrennt.“ Laut Stipp sei hingegen mehrfach bestätigt worden, dass die Brandschutzvorkehrungen ausreichend seien. Salachs Feuerwehr hatte dies mit einem Praxistest überprüft. Die Initiative „Bauwahn Salach“ appellierte abschließend an den Gemeinderat, sich die Entscheidung über die Zukunft des Bauvorhabens noch einmal zu überlegen. Hofmann betonte darüber hinaus, dass kein Mitglied der Vereinigung gegen eine Bebauung im Areal der Panoramastraße sei. Allerdings plädieren sie nach wie vor für einen reduzierten Umfang.

Gemeinderat Stephan Arnold kritisierte Hofmanns Wortwahl: „Wir sind hier als Ehrenamtliche hergekommen. Es ist unsäglich, wie wir hier behandelt werden.“ Werner Staudenmayer von der SPD-Fraktion erklärte, dass der Rat sich sehr intensiv mit der Angelegenheit befasst habe. Jedoch sei man als Gemeinderat  an die rechtlichen Rahmenbedingungen gebunden.

Der an den Finkenweg angrenzende Spielplatz wird während der Bauzeit an das Grundstück zwischen Schmidäckerstraße und Drosselweg verlegt. Das Gelände soll für die Dauer der Bauarbeiten an dem Wohngebiet eingezäunt und mit Ersatzgeräten ausgestattet werden.

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