Wäschenbeuren Saisonauftakt nach Maß

Auch als Duo konnten der irische Musiker Brendan Keeley und Country-Lady Meg Pfeiffer überzeugen. Zum Auftakt der Open-Air-Saison im Wäscherschloss boten die beiden Musik vom Feinsten.
Auch als Duo konnten der irische Musiker Brendan Keeley und Country-Lady Meg Pfeiffer überzeugen. Zum Auftakt der Open-Air-Saison im Wäscherschloss boten die beiden Musik vom Feinsten. © Foto: Sabine Ackermann
Wäschenbeuren / SABINE ACKERMANN 15.06.2015
Welch ein toller Konzert-Auftakt auf dem Wäscherschloss. Grandioser Irish Folk, Pop und Balladen von Brendan Keeley und eine vielversprechende Country-Lady namens Meg Pfeiffer - was will man mehr?

Wie im vergangenen Jahr eröffnete Brendan Keeley am Samstag die Staufer-Sommer-Kultur im Wäscherschloss. Das ist doch der kernig-sanfte Ire aus Tullamore, jener Stadt, wo die Kinder anstatt mit Milch mit Whiskey aufgezogen werden. Genau. Der mit der außergewöhnlich rauen und bisweilen in gewagte Höhen vibrierenden Stimme. Insofern singen auch heuer wieder viele treue Fans die Lieder mit, sehen sich im Geiste bestimmt schon auf der grünen Insel.

Brendan Keeley gehört seit Jahren zu den klassischen Songwritern und Interpreten seiner Zunft. Bekennt sich spür- und fühlbar zu seinen irischen Wurzeln und zeigt dies, indem er den traditionellen Irish Folk mit all seiner markigen Lebensfreude oder in gefühlvollen, fast schmerzlichen Balladen charismatisch auf die Bühne bringt. Geradlinig, authentisch, ohne viel Schnickschnack, aber mit Können und Leidenschaft. Nur ab und zu begleiten ihn Chor oder Klavierspiel vom Band.

Locker und herrlich amüsant in erfinderischem Sprachenmix - immer noch braucht es sieben Biere bis sein Deutsch besser wird - berichtet der 55-Jährige von seinem steinigen Weg nach oben. Wurde sein Erstlingswerk "I´ll always be lonley" von Plattenläden sowie Musikläden rigoros abgelehnt, machte der Sänger via Straßenmusik auf sich aufmerksam und schließlich von sich reden. Kurz darauf erreichte sein eigener Song die Spitze der Charts, hielt sich ganze 18 Wochen oben. "Wenn du glaubst, dass du es schaffen kannst, dann kannst du es auch", verspricht Brendan Keeley. Auch "Still in Love with you", "You sleep with Angels" oder das besonders berührende "Heart and Soul" stammen aus seiner Feder und brachten ihm auf der grünen Insel Gold und Platin. Mit letzterem Lied wurde er in Deutschland durch sein Engagement für die Hinterbliebenen des Amoklaufs in Winnenden bekannt.

Nichtsdestotrotz, begeisterte der Ire an diesem Abend nicht allein das Publikum. Vor ihm sorgte Meg Pfeiffer mit Stimme, Gitarrenspiel und frischer Natürlichkeit für Aufmerksamkeit. Titel bekannter Interpretinnen wie "Pokerface", "Not Fair" oder "Shake it of", präsentierte sie auf ihre ganz spezielle Weise und gleichwohl waren es ihre eigenen Songs, die tief berührten. Ob "Like a Rainbow", "Parking lot" oder "Out of my soul" - allesamt Titel, mit denen sich die sympathische 26-Jährige, was Text und Melodie anbetrifft, keinesfalls zu verstecken braucht. Der Knaller des Abends war allerdings der gemeinsame Spontanauftritt nach rund drei Stunden allerfeinster Musik. Noch nie zusammen gesungen, begeisterten Brendan Keeley und Meg Pfeiffer mit dem Titel "These Boots are made for walkin". Ein Duo, das wirklich Lust auf mehr macht.