Matthias Heim war gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt, als ihn die Nachricht erreichte: Alle vier Reifen seines Volkswagens wurden in der Nacht zu Sonntag zerstochen. Der Bad Überkinger Bürgermeisters hatte sein Auto wegen einer Baustelle in seiner Straße nicht auf dem eigenen Grundstück, sondern in der Nuberstraße geparkt – so wie seine Nachbarn, sagt Heim im Gespräch mit der GEISLINGER ZEITUNG. „Es wurde gezielt mein Auto ausgesucht“, ist sich der 37-Jährige sicher. Ein Anwohner habe ihn über die Sabotage informiert. Heim benachrichtige die Polizei, die nun ermittelt.

Bad Überkingen

Für den zweifachen Familienvater ist es nicht die erste Erfahrung dieser Art: Im September 2018 wurde sein Elternhaus in Amstetten mit Nazisymbolen beschmiert. Zwei Jahre zuvor wurde der Briefkasten an seinem Haus in Überkingen demoliert und ein Kreuz in den Schnee geschippt, berichtet Heim. Sein Auto wurde in der Vergangenheit ebenfalls schon mal beschädigt. Außerdem seien „Hass-Mails“ von einer gewissen Person an der Tagesordnung.

Matthias Heim lässt Grundstück überwachen

Eine Konsequenz, die Heim aus den Vorkommnissen gezogen hat, ist, dass sein Grundstück überwacht wird. Doch es bleibt ein Unbehagen das durch den aktuellen Vorfall noch verstärkt wird: „Wenn man das Auto anlässt, prüft man erst mal, ob die Bremse funktioniert“, sagt der Bürgermeister.

Bad Überkingen

Besonders groß sei die Angst um seine Frau und seine Kinder. „Aber die Polizei kann uns nicht rund um die Uhr überwachen“, macht Heim klar. Als Kommunalpolitiker genieße man nicht den Schutz eines Ministers. Angriffe unterschiedlicher Art sieht Heim als „ein Grund, aus dem immer weniger Menschen in die Politik gehen“.

Sabotage wird im Überkinger Gemeinderat thematisiert

Matthias Heim will die Sachbeschädigung auch im Bad Überkinger Gemeinderat thematisieren. Schließlich waren in der Vergangenheit auch schon seine Ratskollegen betroffen, etwa Daniel Thurner, in dessen Auto Hakenkreuze gekratzt wurden.

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