Süßen Rodungsabeiten für neue B 466 vertreibt Eidechsen

© Foto: STAUFENPRESS
Süßen / DANIEL GRUPP 17.01.2014
Die Arbeiten zum Neubau der B 466 sollen in diesem Jahr Fahrt aufnehmen. Im Februar steht zunächst eine weitere Rodung von Bäumen an.

Die Zauneidechse hat sich im Laufe der Zeit im Schotter des Gleisbetts der früheren Bahnlinie ins Lautertal häuslich eingerichtet. Jetzt sind die geschützten Tiere dem Bau des neuen Abschnitts der Bundesstraße 466 im Weg. Die neue Straße wird nämlich den alten Bahndamm kreuzen. Der Damm muss an der Stelle abgetragen werden, berichtet Mathias Jester, Projektleiter für die neue B 466 an der Außenstelle Göppingen des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart. Der Radweg wird auf die vorhandene kleine Straße "An der Lauter" geführt. Etwas weiter nördlich unterquert der Weg dann den neuen B-466-Abschnitt, der den Durchgangsverkehr um Süßen herum führen wird. Die Unterführung wird auch als Zufahrt zu den angrenzenden Grundstücken und zu dem Haus zwischen Donzdorf und Süßen genutzt, erläutert Jester.

Am Mittwochmorgen war der Projektleiter zusammen mit einigen Kollegen vom RP, Vertretern der Aalener Andreas Stark GmbH, die mit Rodungsarbeiten beauftragt ist, sowie dem Umweltexperten Wolfgang Lissak an der Straßentrasse. Im Bereich des Hangs oberhalb des Süßener Sportgeländes und an der Lauter sind Rodungsarbeiten vorgesehen, die Mitte Februar beginnen sollen. "Wir hoffen auf Kälte", sagt Jester. Das Fällen der Bäume und Büsche wäre bei gefrorenem Boden viel einfacher. Schon im Vorjahr war südlich der Bahnlinie gerodet worden. Dies waren die einzigen Arbeiten seit dem offiziellen Spatenstich im Juli 2013. Eigentlich hätte am Böschungsfuß des Bahndamms auch der Bau eines Regenrückhaltebeckens beginnen sollen.

Die Bahn hatte aber gegen die geplante Ausführung Bedenken. Um nicht in Gefahr zu geraten, dass sich der Bahndamm senkt, wenn ein Zug darüber fährt, forderte sie eine Abtragung der Last, erklärt Jester. Deswegen musste die Bewehrung verstärkt werden. Die Arbeiten am Rückhaltebecken werden ebenfalls bald beginnen. Wegen der Verspätung werde die neue B 466 aber nicht später fertig. Nach Angaben des Projektleiters reicht die vorgesehene Zeit.

Auch die Zauneidechsen sollen genug Zeit bekommen, sich an einen neuen Unterschlupf zu gewöhnen. Für sie wird in der Nähe ihres jetzigen Habitats ein neuer Lebensraum geschaffen, ebenfalls im Schotter des alten Bahndamms. Wenn das neue Habitat hergestellt ist, werden die Eidechsen nach und nach umgesiedelt, sie werden, so der Fachausdruck, vergrätzt. Dies bedeutet, dass man ihnen ihren jetzigen Aufenthaltsort immer unangenehmer macht, bis sie freiwillig den neuen Unterschlupf aufsuchen, erläutert Jester. Weil die Tiere aber erst bei wärmeren Temperaturen raus kommen, kann damit erst im April begonnen werden.

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