Konzert Rock-Pop-Punk für die ganze Familie

Die Geislinger Band „Released“ heizte den Besuchern beim Open Air in Wiesensteig ordentlich ein.
Die Geislinger Band „Released“ heizte den Besuchern beim Open Air in Wiesensteig ordentlich ein. © Foto: Konstantin Heidemann
Zum 33 / Von Konstantin Heidemann 31.07.2017

Zum 33 Mal lud der Wiesensteiger Club „Quo Vadis“ am Freitagabend zu seinem schon legendären Open Air im Schöntal. „Umsonst und draußen“ ist seit sieben Jahren das Konzertmotto und lockte bei angenehmen Temperaturen auch diesmal wieder Jung und Alt aufs Ski-Gelände. Zwar hat das Open Air längst nicht mehr die Größe wie früher, dafür hat es im Lauf der Jahre an familiärem Charakter gewonnen. Viele der Festivalbesucher von einst  reisen heute schon mit ihren Kindern im Jugendalter an und haben das Freiluftspektakel längst als festen Termin in ihrem Jahreskalender eingetragen.

Einen echten Headliner der beiden angekündigten Rock-Trios „Unreleased“ und „Long Way Home“ gab es eigentlich nicht, doch einer musste halt den Anfang machen. Und so stand voll im Zeitplan der Veranstalter die junge Band namens „Unreleased“ aus Geislingen bei Dämmerung im Rampenlicht. Zwei hintereinander gestellte Lkw-Anhänger, mit viel Technik und Bühnen-Spots ausgestattet, boten eine großzügig überdachte Open-Air-Bühne zum  Abrocken, was die jungen Musiker auch von Anbeginn tun. Alle gerade mal 18 Jahre alt haben sie zufälliger Weise auch noch achtzehn Songs im Handgepäck, wovon die Hälfte gecovert ist. Nach gut geklauten Nummern von Nirvana, Dan Byrd oder Alessia Cara feuert Released ihren selbst gemachten Sound auf die zu dieser Zeit noch kleine Fan-Gemeinde vor der Bühne ab. Ein Großteil der Gäste schart sich da noch ums große Lagerfeuer oder hat auf den aufgestellten Bierbänken Platz genommen.

Ungeachtet dessen ziehen die jungen Künstler ihr rockiges Programm mit Metal-Einflüssen und Pop-Elementen voll durch, was  durchaus Wirkung zeigt und den ein oder anderen Fan zum Mitsingen bewegt. Gitarrist und Sänger Ricky Gairing fordert die Zuhörer immer wieder mal auf, doch noch ein paar Schritte näher zu kommen. Spätestens als sie den Toten-Hosen-Hit „Palast der Republik“ oder ihren ersten eigenen Titel „Rock is my Destony“ anstimmen, kommt erneut Bewegung ins Publikum und ein gelungener Live-Auftritt ist in vollem Gang. Programmhöhepunkt ist ihr YouTube-Song „Together“, auf den Songwriter Gairing besonders stolz ist.

Ebenfalls in klassischer Rockbesetzung betreten im Anschluss „Long Way Home“ aus Göppingen die bereits warmgespielte Bühne mit ihrem selbst ernannten „California Pop-Punk“. Mit Ganzkörpereinsatz verausgabt sich Sänger und Bassist Simon Franz  von Show-Beginn an, sodass er sich in der zweiten Programmhälfte als Diabetiker erst mal seinen Zucker messen muss. Trotzdem geht die bewegungsreiche Rock-Show zur Freude der feiernden Party-Gäste ohne Unterbrechung voll weiter. Das zu 95 Prozent aus eigenen Songs bestehende Repertoire  wie „Driving Fast“, “Fallin to the Ground“ oder „Mother Earth“ (auch Titel des Albums) macht den Zuhörern weiter ordentlich Feuer unterm Hintern.

Punk trifft auf Pop, melodische Gitarrenriffs, treibende Bässe und knallige Drums paaren sich zwischendurch auch mal mit Geigen- und Piano-Klängen aus dem Synthy. Irgendwie scheint diese ungewöhnliche Mischung ihr Erfolgsrezept zu sein. Mit „Summer of 2009“ hat es „Long Way Home“ bei YouTube auf mehrere Tausend Klicks geschafft. Den Song wollen sie auch dem Wiesensteiger Publikum nicht vorenthalten und werden mit ordentlich Jubel belohnt.

Fast punktgenau zur Geisterstunde endet das Live-Spektakel, bevor „DJ D White“ das Skigelände mit Rock-Klassikern der vergangenen Jahrzehnte bis spät in die Nacht noch beschallt.