Kreis Göppingen Respekt für Leni Breymaiers Entscheidung

Zerknirscht: Leni Breymaier aus Eislingen.
Zerknirscht: Leni Breymaier aus Eislingen. © Foto: Marijan Murat/dpa
Kreis Göppingen / Dirk Hülser 21.11.2018
Genossen im Landkreis äußern Verständnis für den Rückzug der Landeschefin aus Eislingen.

Nach nur zwei Jahren als Landesvorsitzende der SPD hat Leni Breymaier aus Eislingen gestern angekündigt, am Samstag nicht mehr für das Amt zu kandidieren. Der Grund liegt im Mitgliederentscheid: Die Basis sollte entscheiden, ob Breymaier oder Herausforderer Lars Castellucci künftig die Partei im Land führt. Doch keiner der beiden Kandidaten erreichte 50 Prozent der Stimmen, wegen vieler Enthaltungen und ungültiger Stimmen, Breymaier lag am Ende nur 30 Stimmen vor Castellucci.

„Das ist für mich keine Basis, diesen Landesverband zu führen“, sagte die Eislinger Politikerin gestern. „Die Partei ist ziemlich zerrissen. Und zwar mittendurch.“ Für die SPD-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Göppingen, Heike Baehrens, ist klar: „Das ist ein konsequenter Schritt, den sie da macht.“ Nachdem sie nur rund die Hälfte der Stimmen erhalten habe, habe sie richtig gehandelt.

Nun müsse am Samstag der Landesparteitag entscheiden, ob er Castellucci ein klares Votum mitgebe. Von Breymaiers Vorschlag, kurzfristig einen dritten Kandidaten für den Landesvorsitz zu nominieren, hält Baehrens gar nichts: „Das ist keine gute Idee, weil sich die Mitgliedschaft am Abstimmungsprozess beteiligt hat. Das würde das ganze Verfahren auf den Kopf stellen.“

SPD-Landtagsabgeordneter Peter Hofelich aus Salach meint: „Leni ist eine starke Frau. Dies war aber ein schwarzer Tag für sie. Sie hat über den Mitgliederentscheid ein klares Votum für sich als Landes-Vorsitzende angestrebt, das Gegenteil aber bekommen.“ Deshalb sei ihr Rücktritt verständlich und konsequent. „Wir müssen und werden die Volkspartei leben. Die SPD im Kreis Göppingen zeigt: An der örtlichen Basis gelingt dieser Anspruch oft gut und das macht auch Mut.“

Die SPD-Kreisvorsitzende Sabrina Hartmann meint zu Breymaiers Entschluss: „Das ist natürlich hart, aber ich denke trotzdem, dass man es respektieren muss.“ Zumal Breymaier auch diejenige gewesen sei, die vorgeschlagen hatte, die Mitglieder entscheiden zu lassen. Die Ankündigung der 58-jährigen Eislinger Politikerin, die für den Wahlkreis Aalen-Heidenheim im Bundestag sitzt, auch ihre Parteiämter auf Bundesebene niederzulegen, bedauert Hartmann: Das sei zwar auch zu respektieren aber bedauerlich, weil die Landes-SPD dadurch eine Stimme in Parteivorstand und -präsidium verliere.

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