Lauterstein Reise in die Geschichte von Lauterstein

Rathauschef Michael Lenz (re.) und Michael Lang vor einer der Infotafeln.
Rathauschef Michael Lenz (re.) und Michael Lang vor einer der Infotafeln. © Foto: BEATE SCHNABL
BEATE SCHNABL 16.11.2014
Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer können sich in Lauterstein auf geschichtliche Spurensuche begeben. 18 Infotafeln erzählen, was einmal war.

Was es in Weißenstein und Nenningen aus früherer Zeit noch alles zu entdecken und zu erkunden gibt, wurde den Machern des Themenweges bei der Recherche nochmals so richtig bewusst. „Entstanden ist die Idee schon vor drei Jahren“, erzählt Michael Lang von der Kolpingsfamilie Weißenstein. Das Weißensteiner Schloss, der Marktplatz im Städtle, die Gebäude der einstigen Brauerei und der Ölmühle sind nur wenige Beispiele einer umfangreichen Geschichte, die Weißenstein vorweisen kann. Auch in Nenningen gibt es mit der Pieta in der Friedhofskapelle, der Pfarrkirche St. Martinus und dem alten Bahnhof manch Erzählenswertes. „Es werden immer weniger Menschen, die die Geschichten dazu kennen. Doch dieses Wissen darf nicht verloren gehen“, fügt Lang hinzu.

Die Kolpingfamilie war sich einig, die geschichtsträchtigen Plätze müssen mit Informationstafeln ins Bewusstsein geholt werden und wandte sich mit dieser Überlegung an Bürgermeister Michael Lenz. Der war von der Idee sofort angetan und sah darin außerdem interessantes touristisches Potenzial. „Denn wie an einer Perlenschnur reihen sich die geschichtlichen Monumente entlang des Radweges", erklärt der Rathauschef. Im vergangenen Jahr war mit dem Ausbau des Radweges über die „Alte Steige“ die Anbindung nach Böhmenkirch und damit der Albaufstieg umgesetzt worden.

Die erste Tafel der Lautersteiner Spurensuche befindet sich an der „Alten Steige“ und erzählt, wie damals mit Ochsenkarren mühsam schwere Lasten die Steige hinauf transportiert wurden. An der alten Ölmühle, wo heute Fruchtsäfte hergestellt werden, setzt sich die Geschichtstour in Weißenstein fort. Im Städtle ballen sich die historischen Informationen auf kleinem Raum. Bebilderte Tafeln geben Informationen zur ersten Brauereischenke, der Herberge für Wanderer und dem Amtshaus mit Gefängniszelle. Weiter geht es mit der Spurensuche nach Nenningen und endet schließlich am alten Bahnhof.

18 Stationen umfasst der geschichtliche Themenweg, den inhaltlich die Historikerin Gabriele von Trauchburg aufbereitet hat. Die Kosten für das Projekt umfassten 13.000 Euro, das die Region Stuttgart im Rahmen des Landschaftsparks Albtrauf mit 5000 Euro bezuschusst hat. Die gleiche Summe brachte auch die Stadt auf. Der Rest konnte über Patenschaften durch Kirche, Vereine, Betriebe und auch Privatpersonen abgedeckt werden. „Ein schönes Zeichen, wie sich die Bürgerschaft mit dem Projekt identifiziert“, freut sich Bürgermeister Lenz. Und so ist eine nicht nur für Lautersteiner interessante wie auch spannende Reise in die Vergangenheit von Weißenstein und Nenningen entstanden.