Reichenbach.   / BERNWARD KEHLE Mit Tempo schossen am Samstag die Seifenkisten den Weigoldsberg  herunter. Im Rahmen des Dorffestes fand dort  das vielbeachtete Rennen statt.

Mit Strohballen war am Samstagmittag in Reichenbach die Obere Ostlandstraße bis herunter zur Schulstraße abgesichert. Zum Auftakt des Dorffestes fand dort zum zweiten Mal das Seifenkistenrennen am Weigoldsberg statt. So säumten viele Reichenbacher und Schaulustige aus der Umgebung den Straßenrand und geizten auch nicht mit Beifall, wenn besonders rasante „Rennfahrer“ an ihnen vorbeischossen.

Thomas Schulz schickte am Start die Rennfahrer auf die Strecke, die im Ziel beim Festplatz endete. Dort nahm Michael Heigl die Zeit mittels einer Lichtschranke ab. Sein Vater Werner Heigl fungierte als Rennleiter und informierte mit markigen Sprüchen die Zuschauer. So meinte er, übrigens selbst Gemeinderat, dass es heuer ganz schlecht mit der aktiven Teilnahme der Bürgervertretung stehe. Seien der Schultes und etliche Gemeinderäte beim letzten Rennen noch in den Seifenkisten gefahren, hätten sie sich zum großen Bedauern verdrückt.

Viele haben ihre Seifenkiste selbst gebaut

Gestartet wurde in drei Altersklassen . In zwei Wertungsläufen wurde das Gesamtergebnis ermittelt. Die drei Ersten jeder Gruppe erhielten Pokale, alle Teilnehmer durften Urkunden entgegennehmen. Punkt 14 Uhr fanden die ersten Probeläufe statt und bereits nach zehn Minuten gab es den ersten Crash auf der Strecke. Felix Schamall nahm eine Kurve zu schnell, überfuhr den Randstein und wurde durch ein Gartentürchen gestoppt. Bedauerlicherweise überfuhr er auch den Fuß einer Zuschauerin, die dann von Tamara Fürst und Frank Baur von den Johannitern verarztet wurde – glücklicherweise war die Verletzung nicht so schlimm. Ein weiterer Unglücksfahrer war Anton Bergmann, dessen Seifenkiste nicht behebbare Schäden aufwies, der dann allerdings mit einer Leih-Seifenkiste der Kreissparkasse in seiner Altersklasse noch Vierter wurde.

Neben einigen ausgeliehenen Seifenkisten waren auch etliche Selbstgebaute am Start. So berichtete der elfjährige Luka Durner ganz stolz, dass er seine Kiste mit dem Vater zusammen gebaut hat und damit unbedingt unter die ersten Drei kommen wolle. Auch Benny Fetscher war mit einem Eigenbau unterwegs, einem richtigen „heißen Ofen“. Und mit dem selbst gebauten „Erdgas-Bomber“ erkämpfte sich Jessica Rauschmaier Platz eins in ihrer Gruppe. Den tollsten Eigenbau präsentierte jedoch die SPVGG Reichenbach mit einem Mini-Gelenkbus. In ihm rauschten jeweils sechs Sportler unter lautem Gehupe zum Ziel, bejubelt von den Zuschauern. Auf dem Bus stand groß, was SPVGG bedeutet, nämlich „Super, Power, Voll, Gas, Gäbr“. Dieses Gefährt erhielt den Originalitätspreis. Ganz begeistert war auch der neunjährige Rachim Bajrami aus einer mazedonischen Asylbewerberfamilie im Ort, der nach zwei Wertungsläufen unbedingt noch einmal fahren wollte und dies dann auch vom Rennleiter zugebilligt bekam.

Pokale für die Sieger

Siegerehrung Bürgermeister Karl Weber und Ortsvorsteherin Klothilde Maier-Brandt nahmen die Siegerehrung vor. Pokale übergaben sie in der Altersgruppe 8 bis 12 Jahre an Jonas Eichinger,  Niklas Rauschmaier und Luka Durner. In der Altersgruppe bis 18 Jahre siegte Jessica Rauschmaier vor Jenny Kneer und Frank Bergmann. Bei den Erwachsenen gewann Jürgen Durner vor Konstantin Gairing mit dem SPVGG-Bus.