Medizin Rehatour: Von Stuttgart über Göppingen nach Venedig

Bei der 10. Bäder- und Rehatour des Krebsverbandes Baden-Württemberg tankten die Teilnehmer in Göppingen frische Kräfte.
Bei der 10. Bäder- und Rehatour des Krebsverbandes Baden-Württemberg tankten die Teilnehmer in Göppingen frische Kräfte. © Foto: Giacinto Carlucci
Bad Überkingen / Von Annerose Fischer-Bucher 04.09.2017
Eine Bäder- und Rehatour für Menschen mit und ohne Handicap von Stuttgart nach Venedig machte in Göppingen Halt. Mit dabei sind mehrere Prominente.

Eine Gruppe von etwa 40 Radlern kam auf ihrer ersten Etappe von Stuttgart nach Venedig durchnässt, aber gut gelaunt in Göppingen beim Zentrum für ambulante Rehabilitation  an. Aus dem Kreis waren Landrat Edgar Wolff und die SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens mitgeradelt. Tourenbusfahrer Josef Brochmann befördert das Gepäck der Teilnehmer und versorgt sie unterwegs mit Wasser, Müsli und Obst.

Für die Stadt Göppingen begrüßte Ulrike Haas vom Fachbereich Schule, Sport, Soziales in Vertretung von OB Guido Till die Gäste. Landrat Wolff stellte den Landkreis Göppingen als Gesundheitskreis vor und zollte den Radlern schon mal für den Prolog Respekt.

„Es ist eine Ehre mitzufahren“, sagte der Präsident der Landesärztekammer Baden-Würt­­temberg, Dr. Clever Ulrich. Heike Baehrens, die für ihre Fraktion für den Bereich Rehabilitation zuständig ist, nannte als Probleme bei der Reha die unterschiedlichen Zuständigkeiten sowie die Zugänglichkeit und die Durchlässigkeit.

Zur Frage, was der Kreis Göppingen besonders gut könne, sagte Professor Gerd Becker, der die Alb-Fils-Kliniken vertrat, dass es „in der Onkologie (Krebsbehandlung) einen kompletten Systemumbruch“ gegeben habe. Man könne heute punktgenau auf 0,23 Millimeter „praktisch ohne Nebenwirkungen bestrahlen, um die Metastasen abzutöten“. Der Systemumbruch gehe in Richtung von mehr Feinheit, Genauigkeit und technischem Fortschritt.

Zur gleichen Frage erläuterte Professor Norbert Sommer für das Klinikum Christophsbad, dass beispielsweise nach der Akutphase eines Schlaganfalls das neurologische Potenzial nicht abschätzbar sei, Das Gehirn könne sich auf veränderte Bedingungen langsam einstellen. Mit Rehabilitation und Frührehabilitation werde dies durch eine enge Zusammenarbeit eines interdisziplinären Teams gefördert, das aus Neuropsychologen, Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Neurologen bestehe.

Zeigen, was nach Krankheit möglich ist

Zweck Der Krebsverband Baden-Württemberg führt seit zehn Jahren die Bäder- und Reha-Tour durch. Hubert Seiter, früherer Direktor der Rentenversicherung Baden-Württemberg, hat sie ins Leben gerufen. Ziel ist zu zeigen, was nach einer schweren Erkrankung wieder oder noch möglich ist. Betroffene, Promis und Unterstützer fahren gemeinsam Radtouren, um Menschen mit Handicaps Mut zu machen. Die Route dieses Jahr führt seit 1. September von Stuttgart in  zehn Tagen über die Alpen nach Venedig.

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