Kreis Göppingen Rehakliniken in Bedrängnis

Kreis Göppingen / SWP 16.05.2015
Im Christophsbad diskutierten Politiker und Krankenhausverband über die Probleme der Rehakliniken. Diese fordern eine leistungsgerechte Vergütung.

Die chronische Unterfinanzierung der medizinischen Rehabilitation, sowie der Widerspruch zum erklärten Willen des Gesetzgebers die Prävention deutlich zu stärken, haben die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft (BWKG) und die Rehabilitationskliniken, zu der sechsmonatigen Reha-Kampagne "Umsonst ist keine Reha" veranlasst. Die Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens (SPD) und Herrmann Färber (CDU) sowie die Landtagsabgeordneten Nicole Razavi (CDU), Jörg Matthias Fritz (Grüne) und Jutta Schiller (CDU) diskutierten im Christophsbad mit Vertretern der Rehakliniken im Landkreis sowie der Krankenhausgesellschaft. Die Forderung der Veranstalter lautete: Jede medizinisch notwendige Rehabilitation muss genehmigt und leistungsgerecht vergütet werden.

Das Klinikum Christophsbad mit seinen Kliniken für Geriatrische Rehabilitation und Physikalische Therapie und der orthopädisch-rheumatologischen Rehaklinik Bad Boll haben unter anderem 1016 Karten von Patienten, Angehörigen, Mitarbeitern und Gästen gesammelt, die mit ihrer Unterschrift deutlich machten, für wie unverzichtbar sie Rehamaßnahmen und deren leistungsgerechte Vergütung halten. Die Karten wurden den Politikern übergeben.

Eine medizinische Reha mache viele Patientinnen und Patienten wieder fit für Alltag, Familie und Beruf, betonte Christophsbad-Geschäftsführer Bernhard Wehde. Werde dank einer Reha eine Pflegebedürftigkeit vermieden, rechne sich das auch für die gesamte Solidargemeinschaft. Dennoch würden viele Anträge von den Krankenkassen abgelehnt und die notwendigen Leistungen zudem nicht ausreichend vergütet. "Die aktuellen Vergütungssätze reichen einfach nicht, um die notwendigen Reha-Leistungen zu finanzieren", machte Birgit Kälbling, Geschäftsführerin der Rehaklinik Bad Boll, deutlich.

Gastgeber und Gäste waren sich einig, dass die Probleme nicht mit einem Knopfdruck gelöst werden können, sondern an verschiedenen Stellen angesetzt werden müssen, um eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden: sowohl für die Patienten und Kliniken als auch für die Kostenträger.

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