Abschied Rechter Platz des Bürgermeisters ist bald verwaist

Ebersbach / TOBIAS FLEGEL 28.08.2018

Wenn der Gemeinderat von Ebersbach am 25. September zu seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause zusammenkommt, dann wird ein vertrautes Gesicht zur rechten des Bürgermeisters verschwunden sein. Nach 28 Jahren als Leiter des Hauptamts verabschiedet sich Günther Pfeiffer am 5. September aus dem Rathaus und geht in den Ruhestand. Bei seinem Ausscheiden hat der 63-jährige gelernte Kaufmann fast 45 Jahre im Verwaltungsdienst gearbeitet.

In dieser Zeit hat sich das Antlitz von Ebersbach auffallend verändert. „Als die neue B 10 fertiggestellt war, konnte man endlich gefahrlos die Straße überqueren“, berichtet Pfeiffer. Es sei deutlich zu hören gewesen, wie durch die Verlagerung der Verkehrsachse aus dem Zentrum neben die Fils Ruhe in der Stadt einkehrte.

Balanceakt Stadtentwicklung

Von Geruhsamkeit konnte damals im Rathaus wohl keine Rede sein, denn dem Hauptamtsleiter stand ein Großprojekt ins Haus: „Die Fertigstellung der Straße bedeutete gleichzeitig den Startschuss für die Stadtentwicklung.“ Die Veränderungen im Stadtbild gipfelten vor sechs Jahren im Bau eines Einkaufszentrums im Herzen der Stadt. Die Verwirklichung auf dem Kauffmann-Areal hält der Hauptamtsleiter für einen Höhepunkt des Erreichten. „Wir haben die Stadt gut entwickelt, aber auch den Charakter der Stadtteile bewahrt“, findet er.

Der Gemeinderat zollte Günther Pfeiffer in der letzten Sitzung vor der Sommerpause Anerkennung für seine Arbeit. „Wir denken, Sie haben in unserem Städtle Spuren hinterlassen, auf die wir Ebersbacher und Sie stolz sein können“, sagte Ingrid Scherr im Namen des Gremiums. Als ein Beispiel für den Einfallsreichtum des Hauptamtsleiters führte sie das Höhenfreibad an: Dessen Schließung wandte Pfeiffer ab, indem er nach dem Weggang des langjährigen Betriebsleiters einen Dienstleister fand, der sich seit zwei Jahren um das Bad kümmert.

Die Zuständigkeit für das Freibad ist nur eine von vielen Aufgaben des Hauptamtsleiters. „Der Bereich der Vereine hat es mir besonders angetan“, gesteht Pfeiffer. Neben der Betreuung der Zusammenschlüsse obliegt der rechten Hand des Bürgermeisters etwa die allgemeine Verwaltung und das Personalwesen im Rathaus, der Austausch mit Gemeinderat und Ortschaftsräten sowie der Bereich der Sportstätten.

Neubesetzung ungewiss

Ingrid Scherr beschrieb Pfeiffer als dynamischen Beamten, Kümmerer und Cheforganisator aller Aktivitäten mit den Partnerstädten in Frankreich und Sachsen. Der Hauptamtsleiter selbst bezeichnet sich „als Dienstleister für das Rathaus“.

Ob nach Pfeiffers Ausscheiden überhaupt jemand den Platz des Hauptamtsleiters einnehmen wird, ist ungewiss. Nach Angaben des 63-Jährigen arbeiten externe Berater eine neue Struktur für die Verwaltung aus, der sein Ressort womöglich zum Opfer fällt. „Das Zielmodell der Verwaltungswissenschaften sieht nur drei Ämter vor“, erklärt Pfeiffer.

Aufgrund dieser Neuordnung kann es gut sein, dass die Verwaltung im Gemeinderat einfach zusammenrückt. Zumindest auf ein Wiedersehen können sich die Räte aber noch einstellen, denn Pfeiffer will das Treffen mit Besuchern aus den Partnerstädten im September ehrenamtlich begleiten.

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