Kinder sind bekanntlich das wichtigste Gut einer Gesellschaft, die es zu schützen und zu fördern gilt. Doch leider verlieren viele in unserem schnelllebigen Alltag den Blick für die Bedürfnisse und Nöte der Kinder. Aus diesem Grund veranstalteten Prof. Hans-J. Wagner und angehende Erzieher (PIA Praxisintegrierte Ausbildung) an der Justus-von-Liebig-Schule ein Diskussionsforum zum Thema Kinderrechte.

Eingeladen waren die Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens, Mitarbeiter von Unicef Deutschland Guntram Kuschner sowie weitere Lehrer und Schüler der Schule. Ziel war es, das essentiell wichtige Thema Kinderrechte aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu fokussieren und zu diskutieren, was getan werden kann, um die jetzige Situation zu verbessern. Nach einer Begrüßung und einer thematischen Einführung von der Schulleiterin Annette Kull machte Prof. Hans-J. Wagner deutlich, wie grundlegend das Thema Kinderrechte vor allem in der Ausbildung angehender Erzieher ist. Jeder verfügt über ein relativ gutes Gefühl dafür, was Recht oder Unrecht ist, es gilt aber auch zu verbalisieren, wenn Unrecht (in welcher Form auch immer) an Kindern verübt wird. Kinderrechte gelten seit 25 Jahren, da sie jedoch nicht als eigenständige Gesetze im Grundgesetz verankert sind, wissen viele Menschen nicht, dass es sie gibt und dass diese einzuhalten sind.

Kooperation zwischen Bildungseinrichtungen

Vorgestellt wurde auch das Projekt "Erziehung nach Auschwitz" ist eine Kooperation der Hochschule Esslingen und der Justus-von-Liebig-Schule. Das Projekt mündet in einer siebentägigen Bildungsreise nach Auschwitz und Krakau, in der Studentinnen der Hochschule Esslingen und angehende Erzieher gemeinsam in Kleingruppen arbeiten. Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen oder Betroffenheit sondern darum, Haltung zu entwickeln, Toleranz zu fördern und über Werte- und Normen nachzudenken. Ganz nach dem Motto: Was hat Auschwitz mit der heutigen Auffassung der Toleranz zu tun?

Abschließend präsentierte eine Gruppe von angehenden Erzieherinnen auf welche Probleme Kinderrechte in der pädagogischen Einrichtung treffen können. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass das Thema Kinderrechte ein hochaktuelles ist und dass es weiterer Zusammenarbeit zwischen Verbänden, Institutionen und der Politik bedarf, um diesem gerecht zu werden. Gerade die angehenden Erzieher, die ja bekanntlich die Anwälte der Kinder sind, müssen einen besonders sensiblen Blick auf die Kinder und ihre Rechte entwickeln.

Janusz Korczak hat folgenden Satz formuliert: "Das Kind hat das Recht, ernst genommen, nach seiner Meinung und seinem Einverständnis gefragt zu werden."