Politik Razavi bleibt Chefin der Kreis-CDU

Nicole Razavi bleibt Kreischefin der CDU. Foto: Hans Steinherr
Nicole Razavi bleibt Kreischefin der CDU. Foto: Hans Steinherr © Foto: Foto: Hans Steinherr
Kreis Göppingen / ANNEROSE FISCHER-BUCHER 10.10.2016

„Wir wollen durch Basisarbeit und Geschlossenheit Wahlen gewinnen“, sagte die alte und neue Kreisvorsitzende und Landtagsabgeodnete Nicole Razavi am Samstag beim Kreisparteitag der CDU mit Neuwahlen zum Kreisvorstand in der TV-Turnhalle in Schlat. Das Potenztial für die CDU sei groß, gleichwohl mache ihr die allgemeine Stimmungslage trotz guter Wirtschaftslage und der Rückgang der Mitgliederzahlen Sorge. Im Oktober 2014 hatte der Kreisverband noch 1818 Mitglieder, im September 2016 waren es 1410 Mitglieder. Deshalb habe man mit der Kreismitgliederreferentin ein neues Amt geschaffen, um im persönlichen Gespräch neue Mitglieder zu werben.

Razavi mahnte „Geschlossenheit und keine Selbstzerfleischung“ an. Sorge machten ihr auch die Populisten, „die die Menschen mit ihren Parolen aufhetzen, aber keine Konzepte haben“. Razavi wurde mit 57 von 63 abgegebenen Stimmen wieder zur Kreisvorsitzenden gewählt.

Bei den drei Stellvertretern war Jutta Schiller nicht mehr angetreten. Sie wurde mit einem Bild vom Hohenstaufen des Malers Harald Immig verabschiedet. Der Bundestagsabgeordnete Hermann Färber und Dagmar Jungblut-Rassl wurden neu in den Vorstand und Simon Weißenfels als Stellvertreter wiedergewählt. Auch bei den Beisitzern waren sechs Mitglieder nicht mehr angetreten.

Gastredner Dr. Wolfgang Reinhart, CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag von Baden-Württemberg, sprach zum Thema „Baden-Württemberg 2025 – Wohlstand sichern, Zukunft gewinnen – Was braucht unser Land jetzt?“. Auch er schwor die CDU auf Geschlossenheit ein und sagte im Hinblick auf die Flüchtlings- und Integrationspolitik: „CDU und CSU müssen an einem Strang ziehen.“ Die CDU müsse ihre Räume wieder mit ihren Kernkompetenzen besetzen und in die Offensive gehen. Reinhart ging im Detail auf das Integrationsgesetz, die beiden Asylpakete und auf das Burkaverbot im Gerichtssaal ein sowie auf die Schwerpunkte Mittelstand, Digitalisierung, Wirtschaft, Bildung und Innere Sicherheit. Er erklärte die Positionen und die Leistungen der CDU, ohne die es diesen Wohlstand nicht gäbe.

Reinhart warf den Grünen ein doppeltes Spiel vor, weil die Partei andere Positionen vertrete als der grüne Ministerpräsident: „Das werden wir entlarven.“ Der AfD hielt er vor, sie schüre Zukunftsangst und sie sei zukunftsunfähig. Sie inszeniere sich als Märtyrer und lähme mit ihrem Selbsttrip die Parlamentsarbeit. Seriöse Arbeit sei in der AfD Fehlanzeige. Man müsse ihre Repräsentanten stellen, aber die Wähler der AfD zurückgewinnen.

„So eine Rede haben wir gebraucht“, kommentierte Versammlungsleiter Hermann Seimetz die Rede von Reinhart, bevor Hermann Färber über die Arbeit im Bundestag berichtete. Der Überraschungsgast des Kreisparteitags, Rainer Wieland, richtete als Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Europäischen Parlaments den Blick auf Europa und mahnte seine Parteifreunde: „Wir müssen liefern, nicht versprechen. Wir müssen den Leuten die Angst nehmen und können nur gemeinsam der AfD Paroli bieten.“

Wahlergebnisse der Mitgliederversammlung

So wählten die Mitglieder auf dem Kreisparteitag am Samstag in Schlat: Kreisvorsitzende Nicole Razavi; drei stellvertretende Kreisvorsitzende: Hermann Färber, MdB, (Böhmenkrich), Dagmar Jungblut-Rassl (Deggingen), Simon Weißenfels (Süßen). Jutta Schiller kandidierte nicht mehr. Schatzmeister: Kai Steffen Meier (Geislingen). Frank Horlacher kandidierte nicht mehr. Schriftführer: Oliver Hokenmaier (Wäschenbeuren); Pressesprecher: Axel Raisch (Eislingen); Internetreferent: Maximilian Biegert (Bad Überkingen).  Andreas Müller kandidierte nicht mehr. Mitgliederreferentin: Julia Benz (Donzdorf). Dieser Posten wurde neu eingerichtet.

Zehn Beisitzer: Elmar Steinbacher (Dürnau), Horst Bäuerle (Zell u. A. ), Christine Fuchs (Salach), Claudia Sachs (Wäschenbeuren), Wolfgang Amann (Geislingen), Matthias Heim (Bad Überkingen), Barbara Bär (Wangen), Johannes Blum (Uhingen), Anneliese Hermes (Wangen), Yekta Kus (Eislingen). Nicht mehr als Beisitzer kandidiert hatten: Stefan Baumhauer, Alfred Czencz, Marco Emmert, Daniel Frey, Anja Heinig, Claudia Markt-Heer. Kassenprüfer sind  Roland Klement (Donzdorf) und Ulrich Weiß (Göppingen)

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