Die Raupen des Eichenprozessionsspinners stellen im Kreis Göppingen in diesem Jahr vermutlich kein größeres Problem dar. „Im Landkreis lässt sich die Lage momentan noch nicht abschließend quantifizieren. Wir gehen jedoch nicht von einer starken Zunahme der Population aus“, meint der Leiter des Forstamts beim Landratsamt, Martin Geisel. Insgesamt stelle sich die Verbreitung der gefräßigen Raupen landesweit betrachtet sehr uneinheitlich dar. „Es gibt solche Hotspots wie im Ostalbkreis, daneben kann sich die Populationsdichte jedoch ganz entspannt zeigen“, beschreibt Geisel das Phänomen, das gerade zu beobachten ist: Im Nachbarlandkreis werden voraussichtlich am 14. Mai 260 Hektar Eichenwälder mit einem Pflanzenschutzmittel vom Hubschrauber aus besprüht.

Gift im Wald sprühen?

Ursprünglich hätten die Helikopter 500 Hektar Wald zwischen Schwäbisch Gmünd und der bayerischen Grenze besprühen sollen, was jedoch Proteste nicht nur von Naturschutzverbänden hervorrief. Im westlichen Teil des Landkreises Göppingen war auch schon mal ein Hubschrauber im Einsatz. „Dies war aber bisher eine einmalige Angelegenheit“, sagt Geisel. In diesem Jahr würden nur Einzelbäume vom Boden aus mit einem Mittel behandelt, das die Raupen absterben lässt. Es geht dabei nicht unbedingt um den Schutz der Bäume, erläutert Geisel: „Die Bekämpfung dient regelmäßig dem Schutz der Bevölkerung, sei es im Innerortsbereich oder auch im Wald.“

Uhingen bekämpft die Larven

Das Problem bei den Raupen sind nämlich deren feine Härchen (Spiegelhaare), die beim Menschen juckende und entzündliche Hautreaktionen hervorrufen können, wie das Ordnungsamt der Stadt Uhingen mitteilt. Deshalb werden auch in dieser Stadt die Larven bekämpft: Jetzt werde damit begonnen, auf öffentlichen Grundstücken und in öffentlichen Anlagen vor Entwicklung der giftigen Spiegelhaare das entsprechende Mittel auszubringen. „Allerdings nur dort, wo sich regelmäßig viele Menschen in der Nähe eines gefährdeten Baumstandortes aufhalten. Im Wald, an Waldrändern und in der freien Flur findet keine Bekämpfung statt“, betont das Uhinger Ordnungsamt.

Auch in Göppingen wird gehandelt, berichtet Pressesprecher Dejan Birk-Mrkaja: „Bei den Straßen- und Parkbäumen wissen wir, wo die befallsgefährdeten Eichen stehen. Diese Brennpunkte werden von der Gartenbauabteilung gezielt angefahren und bei Bedarf behandelt.“