Die Sparkasse im Kreis zieht sich personell aus der Fläche zurück: Zum 1. Juni wird die Filiale in Schlat ganz geschlossen, weitere Zweigstellen werden zusammengelegt, 17 werden zu Selbstbedienungseinrichtungen. In den betroffenen Gemeinden regt sich neben der Enttäuschung über den Serviceverlust vor allem Kritik an der Kommunikation des öffentlich-rechtlichen Kreditinstituts.

Ottenbachs Bürgermeister Oliver Franz gesteht, dass die Nachricht „keine Jubelstürme“ bei ihm und den betroffenen Kollegen ausgelöst habe. Nahversorgungsangebote – wozu er ausdrücklich auch die Banken zählt – seien ein „wichtiges Puzzleteil, um Gemeinden auf dem Land attraktiv zu halten“. Mit der Änderung der Struktur gebe die KSK jedoch einen ganz wichtigen Vorteil auf, glaubt Franz: „Die Kundenbindung wird nachlassen“. Wichtig sei ihm unter den gegebenen Umständen nun gewesen, dass auch weiterhin Überweisungsträger eingeworfen werden könnten, erzählt Bürgermeister Franz. Dies sei ihm seitens der Sparkasse zugesagt worden.

Gewünscht hätte sich Oliver Franz eine Einbindung der betroffenen Gemeinden durch die KSK vor der endgültigen Entscheidung. Im Gespräch hätte man möglicherweise Lösungen finden können. So hätte er sich beispielsweise eine „Light-Version“ der jetzigen Änderungen vorstellen können, auch eine tageweise Reduzierung durch „ein rollierendes System“, bei dem Mitarbeiter an verschiedenen Tagen in der Woche die Filialen der betroffenen Gemeinden betreut hätten, nennt er als Idee.

Die Informationspolitik der KSK kritisiert auch Dürnaus Bürgermeister Markus Wagner – neben dem Bedauern über den Wegfall eines Teils der kommunalen Infrastruktur. Die KSK habe als öffentlich-rechtliche Einrichtung eine andere Verantwortung für die Bürger des Landkreises als andere Banken, sagt Wagner. Obgleich es nach einer Filialschließungswelle der Volksbank im Jahre 2017 derartige Befürchtungen gegeben habe, hätte er sich frühzeitigere Signale seitens der KSK gewünscht. Die Nachricht sei vormittags bei ihm aufgeschlagen. Nachmittags sei die Nachricht auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben worden. Zwar habe er Verständnis für Umstrukturierungen angesichts der Zunahme beim Onlinebanking. Allerdings hätte er sich eine Übergangsphase für die betroffenen Gemeinden gewünscht.

Hattenhofen

Birenbachs Bürgermeister Frank Ansorge teilt mit, dass er ebenso wie der örtliche Gemeinderat die Entscheidung der Sparkasse „mit Enttäuschung aber ohne weitere Diskussion im Hinblick auf die Entscheidungsgründe zur Kenntnis genommen“ habe. Der Birenbacher Schultes weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass mit dem Birenbacher Dorfauto die Möglichkeit bestehe, bei Terminen zur Sparkassen-Hauptfiliale nach Göppingen gefahren werden zu können.

Unterschriftenaktion in Kuchen

In Kuchen will man sich noch nicht geschlagen geben: Der CDU-Gemeindeverband hat eine Unterschriftenaktion initiiert. Fürsprecher dieser Aktion ist Kuchens Bürgermeister Bernd Rößner, der die Verantwortlichen der Kreissparkasse deutlich kritisiert. Er sei „überrascht und frustriert“ gewesen, zumal es keine Vorzeichen für eine „solch gravierende Umwandlung“ gegeben habe. „Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass es in einem Ort unserer Größe mit etwa 5600 Einwohnern statt einer großen Filiale künftig nur noch eine Selbstbedienungsfiliale geben soll“, teilt er mit. „Die jetzige Lösung kann uns jedenfalls nicht zufrieden stellen; das reduzierte Angebot ist aus meiner Sicht zu wenig“, betont er.

Der Bad Ditzenbacher Bürgermeister Herbert Juhn bezeichnet den geplanten Wegfall des gewohnten Service-Umfangs der Sparkassen-Filiale in seiner Gemeinde als „sehr bedauerlich“. Er kritisiert das Kommunikationsmanagement der Verantwortlichen der Sparkasse: „Ich bin davon überrascht worden.“ Es sei schade, „dass wir Bürgermeister nicht vorher eingebunden, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt wurden“.

Infrastruktur gehe verloren

Bad Überkingens Bürgermeister Matthias Heim ist von den Plänen der Kreissparkasse ebenfalls nicht begeistert. Damit gehe ein Stück Infrastruktur im Ort verloren. „Aber wenigstens bleibt uns noch die Selbstbedienungsfiliale.“ Der Rathauschef ist derzeit in Verhandlungen mit der Bank, dass in der Bad Überkinger Filiale noch ein Terminal für Einzahlungen und Überweisungen aufgestellt wird.