Dorfentwicklung Rat ringt um mehr Bauplätze

Auendorf / Bernward Kehle 15.09.2017

Ob im Auendorfer Baugebiet „Wettenbach Süd“ mehrere Bauplätze zur Verfügung gestellt werden können, steht noch in den Sternen. Das  geht aus der Sondersitzung des Bad Ditzenbacher Gemeinderats am Montagabend hervor. Dabei ging es auch um die Absicht der Gemeinde,  entlang des Wettenbachs im Ortsteil Auendorf neue Bauflächen auszuweisen.

Der Haken dabei: Das Gebiet wird laut der Hochwassergefahrenkarte bei einem Jahrhundert-Hochwasser in Teilen überschwemmt. Nach dem Wasserhaushaltsgesetz ist aber die Ausweisung von neuen Baugebieten in festgesetzten Überschwemmungsgebieten untersagt.

Bürgermeister Herbert Juhn erklärte in der Sondersitzung das Ziel der Gemeinde, den gesamten Bereich im Zentrum von Auendorf  zwischen der Ditzenbacher Straße im Norden und der Moos­äckerstraße im Süden bei einem Jahrhundert-Hochwasser geschützt zu bekommen und damit langfristig eine Wohnentwicklung an dieser Stelle zu ermöglichen. Das Büro Hydrotec aus Aachen ist mit der hydraulischen Untersuchung beauftragt worden, das Gutachten liege jetzt vor, erklärte der Schultes.

Städteplaner Manfred Mezger aus Bad Boll stellte verschiedene Varianten vor, die Hydrotec erarbeitet hatte. So könne bei der ersten Variante die Böschung entlang des Wettenbachs erhöht werde, was allerdings wenig bringe. In der zweiten Variante wird vorgeschlagen, die Verdolung an der Engstelle Talstraße/Ditzenbacher Straße zu vergrößern. Gleichzeitig soll dann bei der Moosäckerstraße keine Dole als Durchlass errichtet werden, sondern ein vielfach teueres Brückenbauwerk. Mezger empfahl dem Gremium, das Gebiet „erst hochwasserfrei zu machen“, bevor dann ein Bebauungsplan erstellt wird.

„Wird die Krügerstraße verlängert, könnten wir vier Bauplätze schaffen“, erklärte der Städteplaner. Als alternatives Erschließungskonzept könne auch eine Abbiegung von der Krügerstraße zu den Moosäckern angedacht werden, wobei dann aber eine steile Straße mit wenigstens 16 Prozent Steigung erforderlich würde. Allerdings könnten mit dieser Variante insgesamt neun Bauplätze geschaffen werden.

Zwei Varianten werden geprüft

Ein Beschluss erfolgte in der Sondersitzung noch nicht. Allerdings verständigte sich der Gemeinderat darauf, zwei Varianten weiterzuverfolgen – und zwar die Verlängerung der Krügerstraße und die Variante mit der steilen Abfahrt.