Energie Räte lehnen Solarpark bei Bikhof ab

Deggingen / Ilja Siegemund 05.05.2018

Wolfgang Schweizer wünscht sich auf seinem etwa 3,4 Hektar großen Grundstück in Deggingens Ortsrandlage im Gewann Langer Morgen einen Solarpark. Doch aus diesem Wunsch des früheren Birkhof-Besitzers sowie ehemaligem Gemeinde- und Kreisrats, der mittlerweile in Plochingen wohnt, wird nichts: Die Gemeinderäte stimmten mehrheitlich gegen die „Fotovoltaik-Freiflächenanlage“.

Das Grundstück grenzt an das künftige Baugebiet „Birkhof“, in dem etwa 45 Häuser entstehen sollen. Diese Fläche neben dem Birkhof-Areal sei für einen Solarpark „bestens geeignet“, betont Schweizer in einem Schreiben an die GZ und verweist auf die Freiflächen-Öffnungs-Verordnung der Landesregierung. Bislang waren solche Anlagen nur neben Autobahnen oder ehemaligen Mülldeponien sowie auf früherem Militärgelände möglich. Laut der Verordnung können Solarparks nun auch auf sogenannten benachteiligten Flächen wie Grünland entstehen. Hintergrund: Die Landesregierung will den Anteil der erneuerbaren Energien steigern und öffnet deshalb Flächen für Solarparks; gleichzeitig können aber nicht überall solche Anlagen errichtet werden, zum Beispiel nicht in Schutzgebieten.

Mit Blick auf diese Tatsache wies Degginger Gemeindeverwaltung darauf hin, dass sich die 3,4 Hektar große Fläche in einem Vogel- und Wasserschutzgebiet befinde und dort ein „besonderer Freiraumschutz“ gelte. Es handle sich um ein Areal für Naturschutz und Landschaftspflege. Außerdem habe das Landratsamt einen ähnlichen Antrag schon im Jahr 2008 nicht weiterverfolgt, weil der Solarpark öffentliche Belange beeinträchtigen würde. „Wenn wir den Bauantrag zulassen, benötigen wir einen Bebauungsplan – und dann schaltet sich das Landratsamt ein und wird wieder dagegen sein“, sagte Hauptamtsleiterin Sarah Kölle. „Das ist nicht erfolgversprechend.“

Letztlich stimmten die Degginger Gemeinderäte Fabian Gansloser, Ulrike Reinelt und Martin Gansloser für den Solarpark. Klaus Schweizer enthielt sich seiner Stimme. Bei fünf Gegenstimmen wurde der Antrag von Wolfang Schweizer abgelehnt.