Der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags hat die Kreisverwaltung damit beauftragt, noch in diesem Jahr bei Land und Bund einen Antrag auf Förderung der Planungskosten für die Radschnellverbindung von Ebersbach über Göppingen bis Geislingen zu beantragen. Elf Kreisräte stimmten dafür, Wolfgang Rapp und Matthias Wittlinger (beide CDU) sowie Uwe ­Michael von Wangenheim (AfD) enthielten sich. Laut Beratungsvorlage können durch die Zuschüsse von Bund und Land insgesamt 87,5 Prozent der Planungskosten gedeckt werden.  Beantragt wird zunächst eine Förderung für Phasen I bis IV – dabei handelt es sich um Grundlagenermittlung, Vorplanung, Entwurfsplanung und Kostenberechnung sowie die Genehmigungsplanung.

 Der Kreis ist bereit, die Hälfte der darüber hinaus anfallenden Planungskosten zu übernehmen. Dabei handelt es sich nach Angaben der Kreisverwaltung um  148 000 Euro, die auf die Haushaltsjahre 2020 und 2021 verteilt werden können.  Die Kommunen werden an der Planung unter Berücksichtigung ihrer Streckenanteile berücksichtigt.

Baukosten für den Fahrrad-Schnellweg: 40 Millionen

Für die weiteren Planungskosten (Phasen V bis VIII) in Höhe von rund zwei Millionen Euro und die Baukosten in Höhe von etwa 40 Millionen Euro können  75 Prozent Zuschuss vom Bund abgerufen werden, heißt es in der Beratungsvorlage. In welchem Ausmaß sich das Land beteiligen wird, sei derzeit nicht gesichert. Auch diese weitere Planung und der Bau des Radschnellwegs selbst ließen sich nicht ohne Beteiligung des Kreises umsetzen.  Die Kosten könnten jedoch auf mehrere Haushaltsjahre verteilt werden und fallen nicht vor 2022 an.

Wolfgang Rapp sprach in der Diskussion im Ausschuss an, dass noch nicht alle Kommunen Bereitschaft signalisiert hätten, sich an dem Radschnellweg zu beteiligen. Bedenken kommen bisher vor allem aus Gingen und Geislingen. Falls sich nicht alle Gemeinden finanziell beteiligen, könne man die Kosten für die entsprechenden Abschnitte auf die anderen Gemeinden umlegen und „etwas vom Landkreis obendrauf“ legen, meinte Landrat Edgar Wolff. „Wir müssen uns erst durch die Planung eine Grundlage schaffen. Für die Finanzierung finden wir eine Lösung,  auch wenn ein bis zwei Kommunen nicht mitmachen.“