Schlierbach Radler sollen Straßenstreifen kriegen

Ein Fahrradstreifen mitten durch Schlierbach fand im Gemeinderat keine Mehrheit. Die Route hätte auf der Hattenhofer Straße im Bild sowie auf der Göppinger und Ebersbacher Straße zum Ortsausgang Richtung Ebersbach geführt.
Ein Fahrradstreifen mitten durch Schlierbach fand im Gemeinderat keine Mehrheit. Die Route hätte auf der Hattenhofer Straße im Bild sowie auf der Göppinger und Ebersbacher Straße zum Ortsausgang Richtung Ebersbach geführt. © Foto: STAUFENPRESS
Schlierbach / VOLKMAR SCHREIER 08.06.2018
Die Alternative zur Strecke entlang der Auchtertstraße wäre eine Route mitten durch Schlierbach.

Zwei mögliche Routen für Radfahrer, die von Süden oder Norden nach Schlierbach kommen, stehen im Fokus. Ein Vorschlag sieht vor, eine Route durch den Ortskern entlang der Kreisstraße 1419 vom Kreisverkehr am Ortsausgang in Richtung Hattenhofen über die Hattenhofer Straße, Göppinger Straße und Ebersbacher Straße zum Ortsausgang in Richtung Ebersbach zu führen. Der andere Vorschlag sieht eine direkte Verbindung des Radwegs von Hattenhofen nach Schlierbach über die Auchtertstraße zum Radweg entlang der B 297 vor.

Für eine Ausweisung eines Radstreifens entlang der Route durch den Ort spricht zunächst einmal, dass der Kreis plant, im kommenden Jahr die Kreisstraße vom Rathaus bis zur Einmündung zur B 297 zu sanieren. Würde in diesem Zuge ein Radstreifen eingerichtet, gäbe es dafür Zuschüsse. Jörn Feldsieper von den Freien Wählern argumentiert darüber hinaus mit einem weiteren Vorteil, die eine Route durch Schlierbach für Radler und Einwohner bringen würde: „Wir haben Läden im Ort, schöne denkmalgeschützte Gebäude – das wäre für Radtouristen und für uns ein Mehrwert.“

Außerdem gibt er zu bedenken, dass es zukünftig schwierig werden würde, die Route in den Ort hinein zu verlegen, sollte der überörtliche Radverkehr auf der Route über die Auchtertstraße am Ortskern einmal vorbei fließen: „Die Devise muss heißen: In dr Flecka nei mit dem Radweg.“ Auch Klaus Buchele von der CDU spricht sich für die innerörtliche Routenführung aus. Für ihn steht dabei aber die Sicherheit der Radfahrer im Vordergrund. Als Anwohner der Auchtertstraße befürchtet er schlimme Unfälle zwischen Radlern und dem in der Auchtertstraße rollenden Lkw-Verkehr aus dem Industriegebiet. „Da habe ich um die Radfahrer Angst.“

Dass der Radweg durch den Ort wirklich mehr Kaufkraft bringt, glaubt Kurt Moll von der CDU hingegen nicht. Ganz im Gegenteil: Generell sei der Parkdruck an der geplanten innerörtlichen Route schon sehr hoch, ein separater Radstreifen würde den Wegfall von Parkplätzen bedeuten. „Wenn wir den Radweg durch den Ort führen, fallen viel zu viele Parkplätze weg“, sagt Moll. Und das würde den Geschäften dort mehr schaden als nützen. Auch die Gemeinderäte Ralf Dreitzler und August Leins (beide FUW) sprachen sich für die Auchtertstraße aus. Mario de Rosa (CDU) erhofft sich von einem Radstreifen dort positive Auswirkungen auf den Verkehr. „Ein ausgewiesener Radweg hätte dort sicher eine disziplinierende Wirkung auf den Verkehr.“

Aus der Sicht eines Radfahrers argumentiert schließlich Bürgermeister Paul Schmid, der aus eigener Erfahrung berichtet: „Wenn ich irgendwo hinfahre am Wochenende, möchte ich möglichst schnell an mein Ziel kommen.“ Er fahre da auch nicht unbedingt unterwegs quer durch einen Ort, sondern eben auf der schnellsten Route.

Am Ende der Diskussion beauftragte der Gemeinderat bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung die Verwaltung, die Kosten für einen Radstreifen entlang der Auchtertstraße zu untersuchen und eine Umsetzung im kommenden Jahr vorzusehen.

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