Soziales Radeln für schwerkranke Kinder

Uhingen  / Annerose Fischer-Bucher 14.04.2018

Es war bedrückend, was eine betroffene Mutter und ein betroffener Vater über ihr Schicksal mit ihren neugeborenen schwerkranken Kindern und den unvorstellbaren physischen und psychischen Belastungen ihrer Familien erzählten. Aber es war auch hoffnungsvoll, was sie über die Unterstützung durch die sozialmedizinische Nachsorge ihrer Familien erzählten, ohne die sie es nicht geschafft hätten zu überleben. Und der junge Vater, der nicht nur eine schwerbehinderte Tochter pflegt, sondern auch durch den Schicksalsschlag seine Frau begraben musste, stellt eine Forderung auf: „Schade, dass dieses System der Nachsorge von Spenden abhängig ist, es müsste auf Dauer eine feste Leistung der Krankenkassen werden.“

Hierfür erhält er auf Schloss Filseck bei der Auftaktveranstaltung der diesjährigen Tour Ginkgo, die Ende Juni durch die Landkreise Göppingen und Esslingen führt, viel Beifall von den Besuchern und vom Podium. Der Erlös der Tour, die bereits in den Städten Augsburg, Freiburg, Tübingen und Stuttgart Spenden gesammelt hat – in Stuttgart 2017 über 350 000 Euro –, kommt dieses Jahr der Lebenshilfe Göppingen zugute. Die Christiane Eichenhofer-Stiftung, die die Organisation übernimmt und um Sponsoren und Paten wirbt, gibt die Spendengelder eins zu eins an die sozialmedizinische Nachsorge schwerkranker Kinder und deren Familien weiter.

Nach der Begrüßung durch Vorstandsmitglied Klaus Meissner von der Kreissparkasse beantworteten bei einer Podiumsdiskussion Vertreter der beiden Landkreise Göppingen und Esslingen, die Stiftungsgründerin Christiane Eichenhofer, Firmenvertreter als Paten und im Sponsoring, Vertreter der Lebenshilfe und betroffene Eltern die Fragen von Moderator Klaus-Dieter Mayer.

Ergänzt wurde die Podiumsdiskussion durch einen Einspielfilm des SWR, den dieser im Olgäle in Stuttgart mit Betroffenen und einem interdisziplinären Nachsorge-Team der Klinik gedreht hatte. Auch hier lag der Fokus der sozialmedizinischen Nachsorge, die nur zum Teil von den Kassen übernommen wird, auf der Hilfe und Unterstützung der betroffenen Familien für ihre schwerkranken Kinder, wenn es nach dem Klinikaufenthalt um die Versorgung zuhause geht.

„Die Versorgung muss zuhause für die Familie machbar werden und wir wollen ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind“, sagte der Vertreter der Lebenshilfe Göppingen, Michael Tränkle.

Die Lebenshilfe sei der Partner des Landkreises für die Eingliederungshilfe, so Sozialdezernent Rudolf Dangelmayr, und der Kreis Göppingen freue sich, dass die Tour dieses Mal Göppingen ansteuere und die Spenden in den Kreis fließen.

Die Gründerin der Stiftung, Christiane Eichenhofer, warb für vielfältige und innovative Aktionen, bei denen jeder mitmachen könne, um die Lücke bei der Finanzierung der dringend benötigten Nachsorge füllen zu können. „Sie können beispielsweise kleine Ginkgo-Bäumchen von der Stiftung beziehen, für einen guten Zweck Haare schneiden oder einen kleinen Obolus geben. Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.“

Erlös geht vollständig in Projekt

Termin Die Tour Ginkgo ist dieses Jahr vom 27. bis 30. Juni mit über 100 Radfahrern im gelben Trikot in den Landkreisen Göppingen und Esslingen unterwegs. Der Erlös geht eins zu eins an die Lebenshilfe Göppingen für die sozialmedizinische Nachsorge schwerkranker Kinder und deren Familien.

Stiftung Die Christiane-Eichenhofer-Stiftung existiert seit 20 Jahren und sammelt Spenden für die Nachsorge schwerkranker Kinder. Sie übernimmt die Organisation der Tour Ginkgo, sucht Sponsoren und Paten und koordiniert verschiedene Hilfsaktionen.

Spendenkonto Volksbank Stuttgart,  IBAN DE61 6009 0100 0315 5330 05

Kontakt Telefon (07172)653, info@tour-ginkgo.de, www.tour-ginkgo.de

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