Freilichtspiele Publikum ist begeistert von Janosch-Klassiker

Richtig glücklich schauen der kleine Tiger und der kleine Bär nicht aus. Doch am Ende sehen sie sich am Ziel ihrer Träume. Das Theater „Poetenpack“ gastierte am Montag mit dem Kinderstück „Oh, wie schön ist Panama“ bei den Freilichtspielen Adelberg.
Richtig glücklich schauen der kleine Tiger und der kleine Bär nicht aus. Doch am Ende sehen sie sich am Ziel ihrer Träume. Das Theater „Poetenpack“ gastierte am Montag mit dem Kinderstück „Oh, wie schön ist Panama“ bei den Freilichtspielen Adelberg. © Foto: Staufenpress
Adelberg / Patricia Jeanette Moser 18.07.2018

Viel junges Publikum lockten die Freilichtspiele Adelberg mit dem Janosch-Klassiker „Oh, wie schön ist Panama“ ins Kloster­areal. Aus Potsdam gastierte das Theaterensemble „Poetenpack“ bereits zum wiederholten Mal. Die bunte Theaterkulisse wirkte wie eine Kulisse in der Kulisse vor der eindrucksvollen Ulrichskapelle.

Das Theaterstück begeisterte die Kleinsten ebenso wie die begleitenden Eltern und Großeltern. Kaum einer dürfte darunter gewesen sein, der das Buch nicht schon gelesen oder vorgelesen hatte. Das einfache Bühnenbild und die menschlichen Darsteller zerstörten jedoch die Bilder im Kopf in keinster Weise. Die Kostüme von Caroline Sanchez setzten zahlreiche Tierfiguren aus dem Buch von Janosch in Szene. Die Hauptfigur, der kleine Tiger, war unschwer zu erkennen. Er trug stets die allseits bekannte „Tiger-Ente“ im Arm. In Göppingen, in der Heimat des „Tiger-Enten-Clubs“ ist diese bestens bekannt.

Zu Beginn der Ferienzeit schien das Thema Fernweh und Reisen passend. Der kleine Tiger und der kleine Bär fühlten sich im heimatlichen kleinen Haus mit Schornstein eigentlich pudelwohl. Die kindliche Seele, die im eigenen Refugium den Mittelpunkt der Welt sieht und damit zufrieden ist, verdeutlichten die Darsteller eindrücklich. Der Tisch, dessen Beine unterschiedlich lang waren, und das Haus mit seinen kleinen Fehlern und Tücken war ihr ureigenes glückliches Universum – bis eines Tages das Thema „Panama“ auftauchte. Der Reiz des Unbekannten wurde schillernd dargestellt von den Protagonisten. „Panama“ wurde zum Sehnsuchtsort für den kleinen Tiger und den kleinen Bären.

Das Suchen nach diesem Sehnsuchtsort wurde zur Reise mit vielen tierischen Begegnungen. Es gab da die eifrige Maus, den listigen Fuchs, die witzige Gans, die ständig wiederkäuende Kuh, den einfältigen Hasen und die weise Krähe. Alle Tiere zeigten ihren Märchen spezifischen Charakter und waren gleichzeitig genauso ahnungslos wie der kleine Tiger und der kleine Bär, was das Ziel „Panama“ betraf.

Die Darsteller standen im stetigen Kontakt zum und mit dem Publikum. So beantworteten die Kinder zielsicher die Frage, was aus Milch hergestellt wird oder was sie selbst schon beim Angeln erbeutet haben. Witzige Dialoge würzten dabei das Geschehen. Leuchtende Augen im Publikum gab es nicht nur bei den Kleinsten, sondern auch bei Mama, Papa und Großeltern. Autor Janosch lebt auf Teneriffa und ist mittlerweile 87 Jahre alt. Er hat offenbar seinen Sehnsuchtsort gefunden. „Ich glaube, dass Panama denen ihr Zuhause ist“, flüsterte ein kleiner Junge der Oma zu. Er sollte Recht behalten. Der kleine Tiger und der kleine Bär stellten am Ende ihrer Reise und Suche nach Panama fest, dass ihr Ziel das eigene Haus, die Heimat war. Bravo-Rufe und tosenden Applaus gab es am Ende des einstündigen Kindertheaters fürs „Poetenpack“.

Am Ende des Theaterstücks stürmten die Kinder und auch ein paar Erwachsene aus dem Zuschauerbereich in die Kulissen. Diese wurden teilweise eingehend untersucht und ein kleines bisschen „Panama“ eingeatmet. Auch Fotowünsche erfüllte das „Poetenpack“ gerne.

Der Kultur- und Kunstverein Adelberg jedenfalls landete als Veranstalter des sommerlichen Kindertheaters erneut einen Treffer, wie das glückliche Publikum bewies.

Poetenpack ist bundesweit auf Tour

Ensemble Das „Poetenpack“ aus Potsdam führt neben anderen ­Stücken das beliebte Stück „Oh, wie schön ist Panama“ bereits seit 2013 bundesweit auf. Als Nächstes führt sie ihre Theatertournee nach Norderstedt und Homburg, wo sie ebenfalls den Janosch-Klassiker zum Besten geben.

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