Theater Publikum feiert „Das Experiment“

SWP 27.12.2017

Um Freiheit und Abhängigkeit kreiste das Theaterstück „Das Experiment“, das am Erich-Kästner-Gymnasium in Eislingen aufgeführt wurde. Gestaltet wurde es von den elf Schülerinnen und Schülern der Theater-AG unter der Leitung von Sandra Parplies und Dorothea Weber. In der zweimal fast voll besetzten Mensa präsentierten die Schüler nach über einem Jahr Vorbereitung und Proben ihre eigene Interpretation des Stückes „Das Experiment“ von Sabine Hrach. Es thematisiert die Abhängigkeit vom technischen Fortschritt. Für ein illegales Experiment von karrierebesessenen Wissenschaftlern (gespielt von Erik Wöllner, Niklas Jargon und Theresa Tran) wurden zehn Jugendliche entführt – fast alle Träger eines so genannten „Sync-Armbandes“, welches den Erfolg im Leben mit verschiedenen Farben verdeutlicht. Doch durch die stark ausgeprägten Charaktereigenschaften der  Personen nimmt das Experiment schnell eine radikale Richtung. Zwei Gruppen bilden sich heraus, zwischen denen nicht nur ein Kampf um die Lebensmittel entbrennt, sondern auch um Individualität und Freiheit. Auf der einen Seite steht Maja (Laura Maier), die durch ihr dominantes Auftreten nach und nach die Jugendlichen wie die unsichere Emily (Charlotte Kirn), die unentschlossene Lilly (Theresa Tran) oder die aggressive Kim (Hanna Autenrieth) auf ihre Seite zieht. Ihrem hohen Armbandstatus können sich selbst die egoistische Juliane (Lisa Jendro), der berechnende Fabian (Niklas Jargon) und die arrogante Charlotte (Annalena Schmidt) nicht entziehen. Am Ende bleibt nur eine kleine Gruppe von überzeugten Individualisten übrig: Annika (Bianca Müller), Ben (André Traum) und Jonas (Louca Pohlmann). Nachdem sie ihre Armbänder abgelegt haben, finden sie den Weg in die Freiheit, doch ihre Botschaft wird von den anderen Jugendlichen nicht mehr gehört. Doch sie „lassen den Ausgang offen“.

Das abrupte Ende des Stückes sei von den Schülern genau so gewollt gewesen, betont Dorothea Weber, die mit den Jugendlichen inhaltlich an den letzten drei Szenen gearbeitet hatte. Allen sei bewusst gewesen, dass es kein Happy End geben könne, aber die Schüler wollten, dass die Freiheit eine Chance bekommt. Ethik-Lehrer Lukas Rieger lobte, dass das Stück aufzeige, wie wichtig es sei, sich an bestimmten Stellen den Regeln der Leistungsgesellschaft ganz bewusst zu widersetzen. Bei den Zuschauern kam die Aufführung sehr gut an. So sagte Margarete Krickl, Abteilungsleiterin am EKG: „Das war super. Ein Theaterstück darf sich Herausforderungen erlauben. Toll gemacht.“