Mordversuch Prozess um Schlierbacher Bluttat beginnt

Tatort Maisfeld: Im August wurde ein 45-Jähriger von Schüssen getroffen. Jetzt beginnt der Prozess gegen vier Männer wegen versuchten Mords. Foto: Giacinto Carlucci
Tatort Maisfeld: Im August wurde ein 45-Jähriger von Schüssen getroffen. Jetzt beginnt der Prozess gegen vier Männer wegen versuchten Mords. Foto: Giacinto Carlucci
Schlierbach/Ulm / WOZ 02.05.2014
Vier Männer stehen ab Montag vor dem Ulmer Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft Ihnen vor, im August gemeinsam den Mord an einem 45-Jährigen geplant zu haben. Der Mann überlebte schwerverletzt.

Im Strafverfahren vor der 6. Großen Jugendkammer des Landgerichts Ulm lautet der Strafvorwurf auf versuchten Mord. Die Staatsanwaltschaft wirft den vier Angeklagten im Alter von 26, 48, 19 und 23 Jahren vor, Initiator oder Täter bei einem versuchten Auftragsmord gewesen zu sein.

Nach den bisherigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll der 26-jährige Tatverdächtige drei Monate lang mit einer Frau liiert gewesen sein. Als die Beziehung in die Brüche ging, soll der 26-Jährige das spätere Opfer dafür verantwortlich gemacht haben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft beschloss der 26-Jährige daraufhin im Juni vergangenen Jahres, den Kontrahenten ermorden zu lassen. Bei einem ersten potenziellen Auftragskiller blitzte er laut Staatsanwaltschaft ab. Mehr Glück soll er bei den drei weiteren Angeklagten gehabt haben.

Die Staatsanwaltschaft nimmt an, dass er den drei Männern jeweils 1000 Euro für den Tötung des Kontrahenten angeboten habe, weitere 700 Euro später. Der 48-jährige soll daraufhin die Tatpistole - eine halbautomatische Kurzwaffe - besorgt haben. Die eigentliche Tat am 21. August spielte sich laut Anklage so ab: Nachdem der mutmaßliche Auftraggeber den 19-Jährigen in die Handhabung der Waffe eingewiesen habe, soll er die 19- und 23-jährigen Angeklagten, die damals in Boll und Heiningen wohnten, mit einem alten Peugeot nach Schlierbach gefahren haben, weil sie wussten, dass das spätere Opfer dort öfter mit seinem Hund spazieren ging. Laut Anklageschrift trafen sie den 45-Jährigen tatsächlich auf einem Feldweg im Gewann "Schopf" an. Schon bei der ersten Vorbeifahrt soll der 19-jährige versucht haben, aus dem fahrenden Auto heraus auf den Spaziergänger zu schießen. Es löste sich jedoch kein Schuss.

Daraufhin sollen die drei Männer an der nächsten Kreuzung abgebogen und nach einer Überprüfung der Waffe zurückgekehrt sein. Erneut sei ihnen dort der ahnungslose 45-Jährige begegnet. Wieder schoss der 19-Jährige auf das wehrlose Opfer. Von den Projektilen dieses Mal schwer getroffen, schleppte sich der Mann in das angrenzende Maisfeld. Der 26-jährige Auftraggeber soll daraufhin den Schützen aufgefordert haben, auszusteigen und seine Tat zu vollenden. Der 19-Jährige soll in das Maisfeld gegangen sein. Dort habe er auf den Verletzten geschossen, bis das Magazin leer war. In der Annahme, dass das Opfer tot sei, soll der Schütze zurück ins Auto gestiegen sein. Die Täter flüchteten.

Das 45-jährige lebensgefährlich verletzte Opfer wurde wenig später von einem Jogger entdeckt, mit dem Rettungshubschrauber in eine Stuttgarter Klinik eingeliefert und dort sofort notoperiert. Der 45-Jährige überlebte die Schüsse.

Die Tatverdächtigen wurden später nach einigen Einsätzen des Spezialeinsatzkommandos (SEK) und des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) festgenommen.