Aufatmen bei Politikern und Wirtschaftsvertretern im Landkreis: Der nächste B-10-Abschnitt von Süßen-Ost bis Gingen-Ost kann gebaut werden. Das Bundesverkehrsministerium gab am Montag für den 2,6 Kilometer langen Teilabschnitt die finanziellen Mittel in Höhe von rund 15 Millionen Euro frei. Auch der Weiterbau bis Geislingen-Mitte soll weiterverfolgt werden. "Der jahrelange gemeinsame Einsatz für den Bau der B 10 und der B 466 neu hat mit der Freigabe aus Berlin nun endlich den verdienten Abschluss gefunden", erklärte der Göppinger SPD-Landtagsabgeordnete und Staatssekretär im Stuttgarter Wirtschaftsministerium Peter Hofelich.

Die Bürgerschaft, Kommunen im mittleren Filstal und die Abgeordneten hätten gemeinsam dafür gesorgt, so Hofelich. "Für mich als Sozialdemokrat ist eine gute Infrastruktur auf Straße und Schiene eine wichtige Voraussetzung für eine florierende Wirtschaft und für die Lebensqualität der Bürgerschaft", meinte der Landtagsabgeordnete. Hofelich: "Die große Koalition in Berlin und unsere Landesregierung, letztere mit einer klaren landespolitischen Priorisierung für den Weiterbau im Filstal, sorgen nun für den überfälligen Schub."

Erleichterung auch bei der Göppinger IHK. "Wir sehen das sehr positiv", meinte Geschäftsführer Dr. Peter Saile. Damit werde eine entscheidende Forderung der Wirtschaft und auch der gesamten Bevölkerung erfüllt. Saile: "Man muss jetzt so schnell wie möglich beginnen, um eine Entlastung zu erreichen." Bisher sei man von einem Baustart 2017 ausgegangen. "Jetzt sollte es ein Jahr früher klappen", hofft der IHK-Geschäftsführer."

Begeistert reagierte die Göppinger SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens. "Die jetzt bekanntgegebene Projektliste wurde von dem Koalitionspartnern CDU/CSU und SPD im Verkehrsausschuss einmütig beschlossen und ist eine tolle Nachricht für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis." Allerdings sei die Entscheidung für den Weiterbau der B 10 überfällig und hätte schon im vergangenen Jahr fallen müssen. 2014 sei die Mittelfreigabe ausschließlich durch das Bundesverkehrsministerium erfolgt, ohne Beteiligung des Parlaments. Baehrens: "Hätte der Verkehrsausschuss auch damals über die Prioritätensetzung entschieden, hätte der Weiterbau längst erfolgen können."

Das sieht der Göppinger Landtagsabgeordnete der Grünen, Jörg Matthias Fritz, ähnlich: "Wenn es nach der Priorisierung des Landes gegangen wäre, dann würden jetzt schon die Bagger auf der Baustelle stehen." Es sei nur recht und billig, wenn Staatssekretär Norbert Barthle (CDU) nun dafür sorge, dass es auch im Landkreis Göppingen weitergehe. Immerhin habe Barthle entgegen der Priorisierung des Landes zunächst in seinem Wahlkreis die B 29 als Ortsumgehung von Mögglingen durchgebracht, dabei habe die B 10 den vierfach besseren Kosten-Nutzen-Faktor. Ins gleiche Horn stößt der Geislinger SPD-Landtagsabgeordnete Sascha Binder: "Der Bund nimmt nach langem Zögern die Priorisierungsliste des Landes ernst und finanziert den nächsten Bauabschnitt der B 10."

Nun müsse der Abschnitt B 10 Gingen-Ost bis Geislingen Mitte endlich ins Planfeststellungsverfahren gehen. Bei einem Gespräch mit Regierungspräsident Schmalzl hat sich Binder über den aktuellen Planungsstand dieses Abschnittes informiert. "Die Vorarbeiten sind geleistet. Jetzt fehlt noch der sogenannte Gesehenvermerk des Bundes und wir könnten endlich das Planfeststellungsverfahren beginnen." Das Vorhaben ist bei der Priorisierung der Straßenbauvorhaben in Baden-Württemberg in der Gruppe 3 (Neubau von Bundesstraßen) auf Rang 2 enthalten. Binder: "Damit unterstreicht das Land auch für diesen Abschnitt die Bedeutung des Neubaus der B 10 gegenüber dem Bund."