Sicherheit Polizei öffnet Beratungsstelle für Einbruchschutz

Demonstration am Objekt: In den neuen Räumen der Beratungsstelle bietet sich Gelegenheit zum genauen Inspizierem geeigneter Fenster, Türen und Schlösser.
Demonstration am Objekt: In den neuen Räumen der Beratungsstelle bietet sich Gelegenheit zum genauen Inspizierem geeigneter Fenster, Türen und Schlösser. © Foto: Axel Raisch
Göppingen / Axel Raisch 08.11.2018
Die Polizei hat in Göppingen eine Beratungsstelle eröffnet, in der die Beamten Bürger über das Thema Einbruchschutz beraten.

In der Göppinger Schillerstraße 17 wurde die neue kriminalpolizeiliche Beratungsstelle offiziell eröffnet. Mit dem Umzug aus den alten Räumlichkeiten ist eine räumliche Vergrößerung und Erweiterung der Möglichkeiten verbunden, etwa für Gruppenberatungen und umfassendere Darstellung einbruchhemmender Bauteile.

Die Zahl der Einbrüche geht seit drei Jahren deutlich spürbar zurück. Darauf wies der Ulmer Polizeipräsident Christian Nill bei der Eröffnung nicht ohne Stolz hin. Während die Einbruchdiebstähle im Bereich des Präsidiums Ulm um 23 Prozent zurückgingen, konnte im Landkreis ­Göppingen sogar ein Rückgang um 32 Prozent verzeichnet werden.

Demgegenüber würden die Einbruchsversuche zunehmen, so Christian Quattrone, der Leiter der Beratungsstelle. Er ist seit 1. April Nachfolger von Jürgen Aspacher, den viele rund um Göppingen noch als Ansprechpartner für Präventionsfragen kennen. Die Diskrepanz zwischen den beiden Zahlen ist ein Erfolg der Polizei und deren Partner, wie beispielsweise der Initiative Sicherer Landkreis bei der Aufklärungsarbeit: Viele haben bereits einbruchhemmende Maßnahmen umgesetzt. Prävention funktioniere nur im Netzwerk, betont Christian Quattrone, dem Ralf Liebrecht als nebenamtlicher Berater zur Seite steht. Dafür müssten alle zusammenarbeiten, sagt auch Rudi Bauer von der Initiative Sicherer Landkreis, die im vergangenen Jahr mit zwei Informationsveranstaltungen zum Einbruchschutz die Hallen füllte: Polizei, Bürger und Vereine.

Die Polizei gehe mit verstärkten Streifen, intensiven Kontrollen sowie einer spezialisierten Spurensicherung gegen Einbrüche vor, berichtete Präsident Nill. Von zentraler Wichtigkeit sei die Prävention. „Zuerst gilt es, Straftaten zu verhindern, erst dann kommt die Verfolgung.“ Hier seien die Bürger aufgerufen, ihr Eigentum zu schützen.

Mit relativ geringem Aufwand ließe sich beim Einbruchschutz viel erreichen, so Nill weiter. Als Beispiele nannte er „massive Riegel, Gitter, abschließbare Fenstergriffe“. In der neuen Beratungsstelle könne die Polizei nun an „aktuellen Ausstellungsständen informieren, wie man sich gegen Einbrecher schützen kann, wie man sein Smart-Home sicher macht und wie einfach es ist, sich zum Beispiel gegen Betrüger zu schützen“. Neben der Beratung ist dort auch eine Liste mit geprüften Fachbetrieben sowohl für mechanische als auch elektronische Sicherung erhältlich.

Nill appellierte an die Baubehörden, jeder Genehmigung Informationsmaterial zu Schutzmaßnahmen beizulegen. Plane man entsprechende Sicherungen gleich beim Bau mit ein, sei dies noch einfacher und günstiger.

Der Vorsitzende der Initiative Sicherer Landkreis, Rudi Bauer, sieht dabei auch die Kreis- und Göppinger Wohnbau als größte Wohnungsanbieter in der Pflicht. Man dürfe nicht nur an Privatwohnungen denken, sondern müsse auch Firmen und Verwaltungsgebäude im Blick haben, auch zum Schutz der Angestellten. Beim neuen Göppinger Verwaltungszentrum sei die entsprechende Fachberatung nach Hinweis der Initiative Sicherer Landkreis erfolgt.

Göppingens Oberbürgermeister Guido Till riet in seinem Grußwort dazu, „die psychologische Seite nicht zu unterschätzen“. Mit der kompetenten Beratung der Polizei werde den Bürgern auch das so wichtige Gefühl vermittelt, nicht schutzlos ausgeliefert zu sein, sondern selbst etwas machen zu können. Behörden und Gesellschaft müssten dazu beitragen, in einer farbenfroher und vielfältiger werdenden Gesellschaft, das Sicherheitsgefühl zu stärken. Den Präventionsberatern wünschte er daher, „dass Sie überlaufen werden“.

Beratung auch Zuhause möglich

In Vertretung von Landrat Edgar Wolff verwies Amtsleiter Manfred Gottwald, darauf, dass Einbrüche nicht nur Spuren an Häusern und Fenstern, sondern vor allem in der Psyche der Betroffenen hinterließen. Deshalb sei es wichtig, etwas zu tun. „Und man kann etwas tun.“ Das sehr anschauliche Angebot der Beratungsstelle trage dazu bei, sei wichtig und toll: „Jeder kann sich zielgerichtet und individuell beraten lassen“.

Diese Beratung erfolge nicht nur bei der Polizei in der Schillerstraße, sondern auch bei den Bürgern vor Ort, um Sicherheits-Defizite direkt aufdecken zu können, erklärt der Leiter des Referats Prävention beim Polizeipräsidium, Jochen Rothenbacher. Auch Vorträge, etwa bei Senioren-Klubs, würden erfreulicherweise zunehmend nachgefragt: „Das ist sehr gut, denn damit erreichen wir viele Menschen“.

Info Terminvereinbarung Mo.-Fr., 8-16 Uhr unter Tel. (0731) 188-1445. Im Jahr 2017 informierten die Fachberater im Kreis Göppingen bei 15 Veranstaltungen zum Einbruchschutz. 58 Beratungen wurden bei privaten Haus- und Wohnungsbesitzern vor Ort durchgeführt. Zur Präventionsarbeit der Polizei gehört neben der Information zu Einbrüchen, Diebstählen und Betrug auch Aufklärung über den Umgang mit neuen Medien oder die Verkehrsschule.

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