Bad Ditzenbach Platznot in Hiltenburgschule

Im Schuljahr 2020/21 könnten Prognosen zufolge 36 Mädchen und Jungen eingeschult werden. Was ­einerseits eine tolle Nachricht ist, bereitet  Rektorin Judith Ludwig Kopfzerbrechen. Denn mehr Schüler benötigen auch mehr Platz, den es in der Hiltenburgschule nicht gibt.
Im Schuljahr 2020/21 könnten Prognosen zufolge 36 Mädchen und Jungen eingeschult werden. Was ­einerseits eine tolle Nachricht ist, bereitet  Rektorin Judith Ludwig Kopfzerbrechen. Denn mehr Schüler benötigen auch mehr Platz, den es in der Hiltenburgschule nicht gibt. © Foto: Heike Siegemund
Bad Ditzenbach / Stefanie Schmidt 16.05.2018
Die Zahl der Schüler in Ditzenbach wird steigen: Die erste Klasse  könnte schon bald zweizügig werden.

Spätestens im Schuljahr  2020/21 wird es in der Bad Ditzenbacher Hiltenburgschule voraussichtlich zwei erste Klassen geben. Dies geht aus der aktuellen Schülerzahl-Prognose hervor, die Hauptamtsleiter Anja Rosenberger in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorstellte. Zurzeit sind alle vier Grundschulklassen einzügig, belegen also vier Klassenzimmer im Schulhaus. Die Folge: Es wird eng in der Hiltenburgschule. Das betonte Rektorin Judith Ludwig. Sie wies darauf hin, dass nicht nur bei der Kindergartenbetreuung dringender Handlungsbedarf besteht, sondern auch in der Grundschule angesichts der Prognosen Platznot herrschen werde.

Der Klassenteiler liegt bei 28 Schülern. Ab dem 29. Kind muss eine Klasse geteilt werden. 29 Mädchen und Jungen könnten laut Prognose bereits im nächsten Schuljahr eingeschult werden, weshalb wegen des Klassenteilers zwei Klassen gebildet werden müssten, die wiederum je einen Klassenraum benötigen. Laut Judith Ludwig werden im betroffenen Jahrgang aber vermutlich sieben Kinder zurückgestellt, also erst ein Jahr später eingeschult. Demnach würde es noch bei einer ersten Klasse bleiben, die auch nur einen Unterrichtsraum benötigt. Für das Schuljahr 2019/20 rechnet die Prognose mit 23 Erstklässlern, für 2020/21 sogar mit 36 Kindern – und der Raumbedarf steigt.

In der Gosbacher Ulrich-Schiegg-Schule seien die Schülerzahlen recht konstant, sagte  Hauptamtsleiterin Anja Rosenberger in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Im Schuljahr 2022/23 könnten die  Schülerzahlen allerdings etwas sinken. Laut Prognose gibt es in der ersten und zweiten Klasse dann zusammen 24 Kinder. Sollte es soweit kommen, müssten die Erst- und Zweitklässler in einer gemeinsamen Kombiklasse unterrichtet werden, weil insgesamt weniger als 26 Kinder in der ersten und zweiten Klasse lernen.

Drackensteiner nach Gosbach?

Zu den Schülern der Ditzenbacher Grundschule gehören auch die Kinder aus Drackenstein. Gemeinderat Anton Göser stellte die Frage in den Raum, ob es angesichts der steigenden Schülerzahlen in Ditzenbach nicht sinnvoller wäre, die Drackensteiner Kinder auf Gosbach zu verteilen. Mit der Gemeinde Drackenstein gebe es eine Vereinbarung, dass die Kinder in die Ditzenbacher Hiltenburgschule gehen, erläuterte  Anja Rosenberger. „Die Drackensteiner müssten einer Änderung dieser Vereinbarung zustimmen.“ Danach sähe es im Moment nicht aus, sagte Bad Ditzenbachs Bürgermeister Herbert Juhn. Gemeinderat Christopher Reith drängte darauf, in dieser Sache nochmals in Drackenstein „nachzuhaken“.

Eine andere Möglichkeit, um den Raumbedarf in der Hiltenburgschule zu decken, hängt mit der derzeitigen Diskussion um einen Kindergarten-Neubau zusammen. Sollte Bad Ditzenbach an anderer Stelle im Ort einen neuen Kindergarten mit genügend Plätzen erhalten, könnte theoretisch der Mühlenkindergarten direkt neben der Hiltenburgschule genutzt werden. „Ein Überlegungsansatz ist, das alte Kindergartengebäude dann eventuell für die Nachmittagsbetreuung der Schulkinder zu nutzen“, informierten Jenny Lampe und Stefanie Lang vom Elternbeirat des Mühlenkindergartens am vergangenen Samstag in einem Leserbrief in der GEISLINGER ZEITUNG. Diesen Vorschlag griff auch Gemeinderätin Eva Schober in der Sitzung auf und brachte ihn ebenfalls ins Spiel.

Ganz weit voraus dachten Heiko Steck und Holger Deininger: Ob es auf lange Sicht nicht sinnvoll wäre, eine Schule – entweder die Hiltenburg- oder die Ulrich-Schiegg-Schule in Gosbach – zu schließen und ein gemeinsames Schulzentrum für die Gesamtgemeinde zu bauen, fragten sie. „Effektiver wäre ein solches Schulzentrum wohl, räumte Juhn ein. Unter zehn Millionen Euro sei so etwas aber wohl nicht zu haben. „Da müssten wir schon ganz mutig sein.“

Info Wie beliebt die Nachmittagsbetreuung, also die sogenannte verlässliche Grundschule ist, erklärte Anja Rosenberger: Im Kurort nutzen derzeit 42 Kinder dieses Angebot, in der Gosbacher Ulrich-Schiegg-Schule sind es 23 Mädchen und Jungen. Weil die verlässliche Grundschule so gut angenommen wird, suche die Verwaltung derzeit zur personellen Unterstützung eine Aushilfskraft, sagte Juhn.

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