Süßen Amtsinhaber Kersting kämpft um jede Stimme

Süßen / Karin Tutas 04.05.2018
Bürgermeisterwahl: Fünf Namen stehen am Sonntag in Süßen auf dem Stimmzettel. Neben Amtsinhaber Marc Kersting treten zwei Süßener und zwei Dauerkandidaten an.

Marc Kersting ist viel unterwegs in diesen Tagen. Gespräche in der Gaststätte, Stadtspaziergänge mit Bürgern und Prospekte verteilen. Der amtierende Süßener Rathauschef hängt sich rein. „Ja, ich mache richtig Wahlkampf“, sagt der 48-Jährige, der gerne weitere acht Jahre Stadtoberhaupt von Süßen bleiben will.

Lange hatte es so ausgesehen, als ob neben Kerstings nur der Name der Sindelfinger Dauerkandidatin Friedhild Miller auf dem Stimmzettel stehen würde. Nun sind es insgesamt fünf Bewerber. Von den Herausforderern hatten sich bei der offiziellen Bewerbervorstellung nur zwei – Marcus Gräßler und Ulrich Raisch – blicken lassen. Der Süßener Immobilienkaufmann Jens Rau hatte im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt, er mache keinen Wahlkampf und auch Miller ward bislang in Süßen nicht gesichtet.

Amtsinhaber Kersting, der bereits im vergangenen Jahr von CDU und Grünen im Gemeinderat zur erneuten Kandidatur aufgefordert worden war, nimmt die Herausforderung sportlich. „Ich kämpfe um jede Stimme“, wirbt das CDU-Mitglied um eine gute Wahlbeteiligung. „Ich würde mich freuen, wenn es deutlich über 50 Prozent wäre“, sagt der Familienvater, der mit Frau und Tochter in Süßen wohnt. Eine Stadt, in der „es unheimlich Spaß macht, Bürgermeister zu sein“ und die in den vergangenen acht Jahren mächtig vorangebracht worden sei. Kersting verweist unter anderem nicht nur auf die begonnene Sanierung des Hallenbades, den fast vollendeten Bau der Kultur- und Sporthalle, die Schaffung neuen Wohnraums, enorme Anstrengungen in den Bildungsstandort Süßen, sondern auch auf die während seiner Amtszeit begonnene  Ortsentwicklung mit zwei Sanierungsgebieten. Letzteres werde neben Bildung und Betreuung auch Schwerpunkt in den kommenden acht Jahren werden.

Dankbarkeit, „dass ich vor Jahren so gut in Süßen aufgenommen wurde“, gibt der aus Albstadt stammende Marcus Gräßler (Bild links) als Motivation für seine Bewerbung an. Er wolle an der Gestaltung Süßens teilhaben, sagt der 46-jährige Einzelhandelskaufmann, der sich mit Herzblut dem Erhalt und der Förderung der Landwirtschaft widmen wolle. Um die Gesundheit der Kinder zu fördern, halte er es für geboten, dass die Stadt in Kindergärten und Schulen kostenlos Äpfel und Milch bereitstelle. Eigene Wahlveranstaltungen macht Gräßler nicht, dazu fehlten ihm die Mittel. Er verteile Aufkleber und Buttons in der Stadt, komme so mit den Menschen ins Gespräch und motiviere sie, zur Wahl zu gehen.

Kein Gespräch kam auf Anfrage mit dem Stuttgarter Pädagogen Ulrich Raisch (Bild links) zustande. Der 58-Jährige hatte bei der Bewerbervorstellung im April eine Lanze für die Einrichtung eines Musikkindergartens gebrochen. In dieser Mission ist Raisch, der mittlerweile in gut 30 Kommunen seinen Hut in den Ring geworfen hat, auch andernorts unterwegs.

Urnengang am 6. Mai von 8 bis 18 Uhr

Bewerber: Marc Kersting, 48 Jahre, amtierender Bürgermeister von Süßen; Friedhild Miller (48), Familienhelferin aus Sindelfingen; Marcus Gräßler (46), Kaufmännischer Angestellter aus Süßen; Jens Rau (30), Immobilienkaufmann aus Süßen; Ulrich Raisch (58), Pädagoge aus Stuttgart.

Wahllokale: Katholisches Jugendheim, Wilhelmshilfe, Stadtbücherei, Hornwiesen-Grundschule, Kindergarten Rabenwiesen, Kinderhaus Stiegelwiesen. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet.