Die Gemeinde Salach wird in den nächsten Jahren kräftig wachsen. Allein in dem neuen Quartier Mühlkanal soll Wohnraum für rund 550 Menschen entstehen. Bis zu 800 neue Einwohner werden erwartet. Im Jahr 2030 wird die Einwohnerzahl nach einer von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Vorausrechnung zwischen 8500 und 9000 liegen. Entsprechend des jetzt noch nicht im Detail vorhersehbaren Einwohnerzuwachses birgt auch die Planung des Bedarfs an Kindergarten- und Krippenplätzen noch viele Unbekannte. Das machte Salachs Hauptamtsleiterin Gabriele Dory in der vergangenen Sitzung des Gemeinderats deutlich.

Wie sich der weitere Bedarf an Betreuungsplätzen und unterschiedlichen -zeiten entwickelt, sei schwer abzuschätzen, so Dory. Fakt sei jedoch: Die Gemeinde muss ihr Angebot ausbauen, und plant im Gebiet Krautländer eine Kita mit zwei Krippen und drei Kindergartengruppen. Noch vor Jahresende will die Verwaltung den Weg bereiten, um Fördermittel für den Bau der neuen, mit rund 5,3 Millionen Euro veranschlagten Einrichtung beantragen zu können. Je nach baulicher Entwicklung in dem neuen Wohnquartier sollen die Gruppen dann belegt werden.

Eine weitere Prämisse der Salacher Kindergartenbedarfsplanung ist, künftig in jeder Einrichtung in der Gemeinde eine Krippengruppe zu haben. „Das ergibt dann Verschiebungen“, so Dory. So sei im Kindergarten Hattie Bareis aus Gründen des Denkmalschutzes kein Anbau möglich, während in St. Elisabeth eventuell ein Anbau notwendig sei oder eine Gruppe in die neue Einrichtung in den Krautländern umziehen müsse. Das wiederum hänge davon ab, wie schnell die Plätze dort belegt seien. „Wir brauchen Zeit, um genau abschätzen zu können, was wir brauchen“, lautete Dorys Fazit.

Zu früh sei es deshalb, schon jetzt über die Krippengruppe in St. Elisabeth zu entscheiden, sagte die Hauptamtsleiterin mit Blick auf einen Antrag der SPD-Gemeinderatsfraktion. Die Sozialdemokraten wollen, dass die Krippengruppe in dem katholischen Kindergarten zeitgleich mit der neuen Einrichtung in den Krautländern startet. „Wir befürchten, dass alle in das neue Haus wollen und die Existenz von St. Elisabeth gefährdet ist“, erklärte Annette Schweiß. Die SPD wolle die Abwanderung aus den südlichen Gebieten in die Ortsmitte verhindern. Gabriele Dory teilt diese Befürchtungen nicht: „Es kann keinen Leerstand in St. Elisabeth geben, wir werden keine Überkapazitäten haben.“

Aufgrund der derzeit noch ungewissen Entwicklung der tatsächlichen Kinderzahlen und des Betreuungsbedarfs empfahl die Verwaltung, auf Sicht zu planen, um das planerische Risiko möglichst gering zu halten. Zudem habe sich die katholische Kirchengemeinde in puncto Krippenplätzen noch nicht positioniert, erklärte Bürgermeister Julian Stipp. Da werde es zeitnah Gespräche geben, kündigte Stipp an. Die Ratsmehrheit stimmte gegen den SPD-Antrag und für die Kindergartenbedarfsplanung wie von der Verwaltung vorgeschlagen. Vorgesehen ist nicht nur der Ausbau der Betreuungsplätze. Die Verwaltung wird eine Öffnungszeit über 17 Uhr hinaus prüfen und ein Konzept dazu erstellen. Verstärkt werden soll die Sprachförderung und die pädagogische Ausrichtung jeder Einrichtung soll ein Bewegungsprofil enthalten.