Gammelshausen Pläne schmieden für alte Scheuer

Wuchtiges Gebälk: Privatleute wollen diese Scheuer umbauen.
Wuchtiges Gebälk: Privatleute wollen diese Scheuer umbauen. © Foto: Staufenpress
Gammelshausen / JÜRGEN SCHÄFER 12.11.2015
Es gibt Chancen für den Erhalt der alten Scheuer in der Gammelshäuser Ortsmitte. Vier Bewerber gibt es. Aber beide Seiten müssen zusammenfinden.

Überrascht war Bürgermeister Daniel Kohl, welches Interesse die alte Scheuer in der Ortsmitte findet, die die Gemeinde voriges Jahr erwarb und eigentlich abreißen wollte. "Es war schon kurz davor." Seit Ende September hätten zehn Interessierte angefragt. Vier sind übrig geblieben. Der erste will einen Unterstellplatz für landwirtschaftliche Maschinen und später Wohnraum herstellen, der zweite nur Wohnungen. Beide seien erfahrene Privat-Sanierer, berichtete Kohl. Eine dritte Partei würde Wohnraum zum Eigenbedarf und zur Vermietung schaffen, sei es für Neubürger oder Feriengäste. Hinzu käme eine Kinderbetreuung im Erdgeschoss, weil die Bewerberin ausgebildete Tagesmutter ist. Allerdings wollen die Bauherren frühestens in drei Jahren anpacken.

Ein "Gammelshäuser Landhof" mit Wohnen, Arbeiten und Kultur ist die Idee von Geschäftsleuten aus einem Göppinger Floristik-Betrieb. Eine Orangerie würden sie anbauen, mit Pflanzen und Dekoration arbeiten, auch Workshops anbieten, aber keine Schnittblumen verkaufen. Sodann wollen sie ein Café und Raum für Lesungen, Musik und Ausstellungen anbieten. Der Bewerber hat bereits ein Bauernhaus in seiner alten Heimat in Holland umgebaut, sagt Kohl.

Nicht nur Wohnungen, auch Infrastruktur für den Ort solle ein Umbau bringen, fordert der Schultes. Bernhart Mürter und Dr. Christoph Grünwald sahen brauchbare Vorschläge. Beschlossen ist noch gar nichts. Der Gemeinderat erklärte sich bei einer Gegenstimme bereit, die Bewerbungen zu prüfen und gegebenenfalls zu verkaufen. Was auch von den Bewerbern abhängt. Sie erfuhren jetzt den Preis für die Immobilie - soviel, wie die Gemeinde selbst bezahlt hat. Bedingung ist, dass die Scheuer außen bis Juli 2019 fertig sein muss. Je früher, je besser, denn Sanierungszuschüsse sind nur bis Ende 2017 garantiert. Eine Komplikation sah der Gemeinderat darin, dass das Haus hart am künftigen Gehweg des Schulwegs grenzt und das Gerüst für die Sanierung dort stehen müsse. Ein Problem seien auch die Stellplätze, so Heike Mohring. "Am Gebäude ist nicht viel. Wir müssen eine Lösung finden." Vieles wurde diskutiert: Was, wenn der Berber mittendrin aufgibt? Man brauche ohnehin juristische Beratung, sagt der Schultes.

Friedrich Weiß stimmte als einziger dagegen und mahnte, der Scheuer "nicht unendlich Flächen zuzugeben". Seine Kritik: Die Gemeinde mache mit dem Grundstück keinen Gewinn. Die Entscheidung fällt voraussichtlich im Januar.

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