Forst Pilzkrankheit bedroht Eschen

Ds Eschensterben ist auf dem Vormarsch, auch in Albershausen. Die von einem Pilz verursachte Krankheit lässt die Blätter absterben und schwächt den ganzen Baum.
Ds Eschensterben ist auf dem Vormarsch, auch in Albershausen. Die von einem Pilz verursachte Krankheit lässt die Blätter absterben und schwächt den ganzen Baum. © Foto: Matthias Badura
Albershausen / Werner Schmidt 01.08.2018

Das Sterben der Esche ist wohl nicht aufzuhalten. Es war die schlechte Nachricht, die Revierförster Christoph Reich dem Gemeinderat von Albershausen verkündete. Die jüngste Sitzung der Kommunalpolitiker fand unter sonnigem Himmel bei einem Waldspaziergang statt.

Entlang des Waldbereichs, der seit 2014 als Totholzkonzept geführt wird, spazierten die Kommunalpolitiker begleitet von Revierförster Reich durch den Gemeindewald. Der Weg bildete häufig auch die Grenze zum Ebersbacher Wald, und nicht immer wusste man 100-prozentig genau, wo man sich befindet.

Das Eschensterben wird seit etwa 1990 beobachtet und ist auf einen Pilz zurückzuführen, der in das Holz eindringt. Der so genannte Schlauchpilz hat inzwischen weite Eschen-Bestände in Europa befallen. Verzweifelt suche man nach Arten, die resistent gegen den Schädling seien, bisher aber vergebens: „Die Esche wird nicht zu retten sein,“ prophezeite Reich zum Bedauern der Kommunalpolitiker.

Aber auch der Borkenkäfer hat sich im Albershauser Forst sein Revier erobert. Auf einer Lichtung mit einer Neuanpflanzung, die Sprösslinge stecken in einem Mantel aus verwitterbarem Plastik, liegen gefällte Fichten. Der so genannte Buchdrucker, der zur Familie der Borkenkäfer gehört, hat zwischen Rinde und Stamm seine Spuren in Form von Fressgängen hinterlassen. Bis zu 1000 Borkenkäfer-Paare sind unterwegs, die wiederum je 64 Eier legen und sich so rasant vermehren. Sobald Holzmehl am Boden erkennbar sei, müsse gehandelt werden, sagte Christoph Reich. Nicht immer sei der Befall früh genug zu erkennen. Wenn dann der Schwarzspecht sich an den Fichten zu schaffen mache und mit seinem Ruf Artgenossen zum Mahl herbeirufe, „dann gehen bei uns die Alarmglocken los!“, sagte der Revierförster.

Buchdrucker heißt der Schädling, weil seine Fressgänge wie gedruckt aussehen: „Es gibt keine Kreuzungen“, sagte Reich. Das vom Borkenkäfer befallene Holz könne gut als Bauholz verwendet werden: „Der Käfer ist nur zwischen Stamm und Rinde und nicht im Holz.“

An die 400 Festmeter Sturmholz haben die Förster aus dem Wald geholt, 300 Festmeter seien nutzbar gewesen. Aber der Sturm ist nicht die einzige Naturgewalt, die im Wald wütet. Auch Rehe äsen mächtig vor allem an Jungbäumen, weshalb diese auch mit einem Schutzmantel aus Plastik umhüllt sind.

Nicht weit entfernt ist das Waldgebiet des „Totholzkonzepts“, in dem alles belassen wird wie es sich von Natur aus ergibt. Nur marginale Pflegemaßnahmen fänden statt, sagte Reich. Mitten hindurch führt ein schmaler, reaktivierter Trampelpfad für Spaziergänger und Hundehalter. Leider wird der Bereich auch als illegale Müllkippe genutzt, wie die Kommunalpolitiker entsetzt feststellen mussten. Anderseits werde der Weg gut angenommen und sei für die Bevölkerung interessant, sagte der Revierförster.

Holz ist ein Wirtschaftsfaktor, der aber auch Kosten verursacht. Besonders Gemeinden mit wenig eigenem Wald wie Albershausen spüren dies. Etwa 20 000 Euro Reinerlös aus Holzverkäufen stünden 5000 Euro Kulturkosten gegenüber. Diese fielen so niedrig aus, weil es einen fünfstelligen Zuschuss des Landes gegeben habe, sagte Christoph Reich.

Der Rückweg zum Waldstadion, wo man sich getroffen hatte, führte am Nordrand des „Totholzwaldes“ entlang. Ein Weg der eigens angelegt wurde und von Radlern, Joggern, Müttern mit Kinderwagen reichlich genutzt wird. Allerdings, so der Wunsch einzelner Gemeinderäte, solle die grobe Splitoberfläche durch eine zusätzliche Schicht verfeinert werden. Und am Wegesrand zum Totholzwald hin sollen Baumstämme gelegt werden. Mit diesen sollen Wald und Weg getrennt werden — und wer will, soll auch darüber balancieren können.

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