Rechberghausen Pilot Dallach war bei Flugzeugabsturz durch Gasvergiftung bewusstlos

Mitten ins Rechberghäuser Wohngebiet »Sonnenberg« war die Piper des Kunstfliegers Wolfgang Dallach gestürzt. Der Pilot war da schon bewusstlos.
Mitten ins Rechberghäuser Wohngebiet »Sonnenberg« war die Piper des Kunstfliegers Wolfgang Dallach gestürzt. Der Pilot war da schon bewusstlos. © Foto: Carlucci Carlucci
Rechberghausen / DIRK HÜLSER/HANS-ULI MAYER 03.03.2015
Kunstflieger Wolfgang Dallach und seine Lebensgefährtin waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft beim Flugzeugabsturz in Rechberghausen bewusstlos.

Eine Kohlenmonoxid-Vergiftung war die Ursache des Flugzeugabsturzes in das Wohngebiet Sonnenberg  in Rechberghausen am 18. Januar. Dabei waren der bekannte Kunstflieger Wolfgang Dallach (63) aus Heubach und seine 49-jährige Lebensgefährtin ums Leben gekommen. Der Leitende Oberstaatsanwalt Christof Lehr sagte am Dienstag in Ulm, die gerichtsmedizinische Untersuchung habe ergeben, „dass beide Insassen zum Unglückszeitpunkt noch lebten, jedoch in Folge einer Vergiftung mit Kohlenmonoxid bewusstlos waren“. Die Ermittlungen der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) und der Polizei konzentrierten sich nun auf die Gasquelle. Offenbar seien Verbrennungsgase in die Kabine geströmt, sagte Lehr.

Damit fügen sich die bislang bekannte Puzzleteile des Absturzes immer mehr zusammen. Bislang war bekannt, dass Dallach vor dem Start in Heubach Starthilfe brauchte, da die Batterie seiner 45 Jahre alten, sechssitzigen Piper Comanche leer war. Nach dem Start meldete er sich dann per Handy im Tower. In seiner Maschine sei die Elektrik ausgefallen, soll er gesagt haben.

Schließlich belegt ein Foto, dass der renommierte Kunstflieger – er war unter anderem Vize-Europameister gewesen – in der Luft versucht hat, mittels einer Teleskopstange das eigentlich elektrisch betriebene Fahrwerk von Hand auszufahren. Dazu muss eine Bodenplatte abmontiert werden. Öffnung und Stange sind auf dem Bild, das nach dem Absturz am Unglücksort im Wohngebiet „Sonnenberg“ entstand, deutlich zu sehen.

Hier schließt sich der Kreis: Durch die Öffnung könnte das giftige Gas ins Cockpit gezogen sein. „Untersucht werden Motor, Auspuff und Heizung“, sagte der Leiter der Ulmer Staatsanwaltschaft am Montag, unterstrich aber auch: „Im Verdacht steht ein defekter Auspuff.“ Dessen kohlenmonoxidhaltige Abgase könnten in die Maschine gezogen und so für die Bewusstlosigkeit von Dallach und seiner Partnerin verantwortlich gewesen sein.

Das Flugzeug war zwischen Häusern und Garagen in dem Rechberghäuser Wohngebiet abgestürzt, Anwohner waren dabei nicht zu Schaden gekommen. Die Ermittlungen liegen in der Hand der BFU in Braunschweig. In der vergangenen Woche hatte die Behörde angekündigt, dass ein erstes Bulletin zum Absturz vermutlich im März zu erwarten sei.

Geruchloses Gas

Sauerstoffmangel: Kohlenmonoxid (CO) ist eine Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff, deshalb heißt es eigentlich auch Kohlenstoffmonooxid. Es ist ein geruch-, farb- und geschmackloses giftiges Gas und etwas leichter als Luft. CO findet sich auch in Abgasen von Vebrennungsmotoren. Das Einatmen führt zu Sauerstoffmangel im Blut und kann innerhalb kurzer Zeit tödlich enden, weil CO den Sauerstofftransport im Blut unterbindet.

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