Wiesensteig Pflegeheim "Spital" muss in den Brandschutz investieren

An der rechten Rückseite des "Spitals" muss die Gemeinde eine Gerüsttreppe anbauen lassen.
An der rechten Rückseite des "Spitals" muss die Gemeinde eine Gerüsttreppe anbauen lassen. © Foto: Bernward Kehle
Wiesensteig / BERNWARD KEHLE 21.03.2014
In zwei Jahren zieht das CJD-Pflegeheim vom "Spital" in einen Neubau mit anderem Träger. Dennoch muss die Stadt als Eigentümer des denkmalgeschützten Hauses nochmals kräftig investieren.

Bürgermeister Gebhard Tritschler informierte in der jüngsten Ratssitzung über eine Brandverhütungsschau im Pflegeheim "Spital zum Heiligen Geist". Im Ergebnis forderte das Landratsamt Göppingen Verbesserungen, wie den Einbau weiterer Brandschutztüren sowie den Anbau einer Fluchttreppe in Richtung Pfarrkirche. Bürgermeister Tritschler: "Aufgrund der Tatsache, dass der Betrieb des Pflegeheims in diesem Gebäude in absehbarer Zeit endet, haben wir beim Landratsamt einen Aufschub versucht, da die geforderten Maßnahmen sehr kostenintensiv sind und auf insgesamt 123.000 Euro beziffert wurden." Das Ansinnen hatte Erfolg: Das Landratsamt hat nach den Worten Tritschlers bei einem weiteren Ortstermin einer sogenannten Gerüsttreppe als Provisorium zugestimmt und - sollte diese installiert werden - auf den zusätzlichen Einbau von Brandschutztüren verzichtet.

Architekt Jochen Stüber aus Kirchheim, der auch gelernter Zimmermann ist und sich im Denkmalschutz auskennt, zeigte dem Ratsgremium, wie die 4,78 Meter hohe Gerüsttreppe aussehen und wo genau sie angebracht werden soll. Über diese Treppe könnten im Brandfall die alten und gebrechlichen Menschen aus dem Obergeschoss des Spitals von der Feuerwehr gerettet werden, sagte Stüber. Beim Anbau der Gerüsttreppe sind nach Auffassung des Architekten nur noch kleinere bauliche Maßnahmen an den Balkonen und im Küchenbereich zu erledigen.

Das Provisorium soll rund 41.000 Euro kosten. Eine Möglichkeit sei auch, die vorgefertigten Teile für die Zeit der Nutzung zu mieten, was dann eine Einsparung von etwa 8000 Euro bringen würde. Dies wolle er noch klären, versprach der Architekt. Zum Schluss seiner Ausführungen fügte Jochen Stüber an, dass die Treppe nicht schön sei. "Sie erfüllt jedoch die Anforderungen und rettet im Bedarfsfall Menschenleben."

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