Wäschenbeuren/Kuchen / Hans-Jürgen Digel, Günter Hofer  Uhr
Tradition ist Trumpf beim Pfingstmarkt in Wäschenbeuren, der am Pfingstmontag wieder tausende Besucher anlockte. Auch die Premiere des Kuchener Marktes am Sonntag war ein Erfolg.

Tradition beim Wäschenbeurener  Pfingstmarkt hat auf jeden Fall das gute Wetter. Auch diesmal schien am Pfingstmontag die Sonne den Besuchern zumindest bis fast 15 Uhr. Dann brachte ein Landregen Abkühlung. Traditionell findet man auch jedes Jahr das bewährte Muster an Ausstellern und Verkaufsständen. Der einzige Schausteller, Denis Krecksch aus Rommelshausen, kommt nun schon zehn Jahre lang mit seinem „Twister“ zum Markt, und vorher war es sein Onkel mit dem alten Kinderkarussell.

Pfingstmarkt ist Kraftakt für die Vereine

Traditionsgemäß werden die tausenden Gäste aus nah und fern von den Vereinen der Gemeinde verpflegt. Für diese ist der Pfingstmarkt allerdings auch ein richtiger Kraftakt: Er bedeutet monatelange Vorbereitung, den Einsatz vieler Helfer, Auflagen des Wirtschaftskontrolldienstes, Stress bei starkem Andrang – aber auch die Aussicht, dass die Vereinskasse aufgebessert werden kann. Die Leute sind’s zufrieden und loben die gute Qualität der Speisen, wie zum Beispiel die traditionellen „Runden“-Wecken, in denen hier die Rote Wurst gereicht wird.

Die Feuerwehr hat am Freitagabend eine schwerhörige Frau aus ihrer Wohnung befreit, in der ein Feuer ausgebrochen war.

Die kürzeste Tradition in Wäschenbeuren hat der Antik- und Trödelmarkt, der erst seit 1996 die Veranstaltung bereichert. Die Händler an diesen Ständen sind bereits ab 5.45 Uhr am Montagmorgen vor Ort. Die ersten Kunden kommen kaum später. Das seien, so ein Standbesitzer, oft Profi-Einkäufer von größeren Antikhändlern. Das „normale“ Publikum in Wäschenbeuren sei überwiegend aus der Region, was als angenehm empfunden wird. Es seien aber auch viele „Entenklemmer“ unterwegs. Dies verwundert kaum, sagt einer, denn der Spitzname der Wäschenbeurener ist halt „Entenklemmer“. Wenn der Umsatz dann trotzdem ausreicht, um im nächsten Jahr wiederzukommen, wie es bei den meisten wohl der Fall sein wird,  dann kann es so schlimm nicht sein.

Ein Glanzlicht des diesjährigen Pfingstmarktes war die Leistungsschau des Gewerbe- und Handelsvereins Wäschenbeuren. Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des GHW präsentierten die Mitglieder aus dem Ort und der näheren Umgebung ihre Produkte vor und in der Bürenhalle.

Geglückte Premiere in Kuchen

Die Gemeinde Kuchen hat in den vergangenen Jahren schon viel versucht, um an den regen Besucherzuspruch bei den Pfingstmärkten der früheren Jahre anzuknüpfen. Mit der Verlegung des Pfingstmarktes von Pfingstmontag auf Sonntag scheinen sie  jetzt die Trendwende geschafft zu haben.

„Eine solche Tat trifft den Falschen“, sagt Ulrich Volz, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Göppingen zur Zerstörung des Holzstapels fürs Kuchener Sonnwendfeuer.

„Der Wechsel hat sich gelohnt“, zieht Bernd Neugebauer von der „nmv-marktagentur“, die seit vier Jahren Kuchens Märkte betreut, ein positives Fazit. „Damit bringen wir den Kuchener Pfingstmarkt wieder nach vorne“, hofft er. Auch die Händler sind mit dem Wechsel vollauf zufrieden. Während im vergangenen Jahr knapp 20 Marktbeschicker den Weg nach Kuchen fanden, standen vorgestern rund ums Kuchener Rathaus knapp 50 Marktstände. Dementsprechend vielfältig war auch das Warenangebot. Kuchens Geschäftsinhaber nutzten den Pfingstmarkt für einen Tag der offenen Tür.

Im Herbst soll im Kinderhaus K19 der Klinsmann-Stiftung-Agapedia der Betrieb losgehen. Agapedia und Stadtverwaltung, Experten und Ehrenamtliche wollen das Angebot gemeinsam stemmen.