Dürnau Pfaffenpfeffer: "Alles in Butter mit Luther"

Dürnau / INGE CZEMMEL 18.07.2015
"Kultur im Schlosshof" heißt es wieder am kommenden Wochenende in Dürnau. Am Sonntagabend spielt dort das Pfarrerkabarett "Pfaffenpfeffer".

Seit über zehn Jahren nimmt die Kabarettformation "Pfaffenpfeffer", mit einer gehörigen Portion Selbstironie Kirche, Gemeindeleben, Pfarrerberuf und allerlei Menschliches aufs Korn. An der Besetzung hat sich im Laufe des Jahrzehntes immer mal wieder etwas verändert. Im Moment besteht die Formation, die am Keyboard von Mathis Hilsenbeck begleitet wird, aus den fünf Geistlichen Carola Kittel, Mechthild Friz, Walter Scheck, Dietmar Scheytt-Stövhase und Klaus Steiner-Hilsenbeck. Im neuen Programm beleuchtet "Pfaffenpfeffer" den Ertrag der Reformation und will Licht ins Dunkel ungeklärter Fragen bringen: Diese lauten: "Was bleibt uns nach 500 Jahren?", "Außer Thesen nichts gewesen?", "Alles in Butter mit Luther?"

Die Mischung aus Dialogen, Monologen, Spielszenen, Songs und Tanzeinlagen verspricht abwechslungsreiche Unterhaltung. Das Besondere an Dürnauer Aufführung: Pfarrer Walter Scheck hat - in echt - keine Zeit und lässt sich vertreten. Einspringen wird der Dürnauer Mundartkünstler Uwe Kälberer, der im wirklichen Leben Notar ist. "Ich habe überlegt, welche lustigen Menschen es in Dürnau gibt und da fiel mir Herr Kälberer ein", erzählt der ehemalige Dürnauer Pfarrer Steiner-Hilsenbeck. "Der fühlte sich geschmeichelt und sagte zu."

Geprobt wurde die Sitzung eher minimalistisch. "Es gibt zwar einen roten Faden, aber es wird auch viel spontan improvisiert", sagt Steiner-Hilsenbeck. Für die Einzelstücke des Programms ist jeder selbst zuständig. Bei der ersten gemeinsamen Probe sind immer alle gespannt, was die anderen machen", berichtet Steiner-Hilsenbeck. Die gemeinsamen Medleys, wie diesmal das Reformationsmedley aus sechs alten Schlagern, generiere meist Dieter Kunz, Dekan im Ruhestand und einst auch Pfaffenpfeffermitglied. Eine fleißige Schreiberin, der Texte leicht aus der Feder flössen, sei Carola Kittel.

Open Air hat "Pfaffenpfeffer" übrigens Premiere. Ob vielleicht doch in der Kornberghalle gespielt werden muss, wird Petrus entscheiden. Auf den guten Draht der Pfarrer nach oben angesprochen, winkt Pfarrer Steiner-Hilsenbeck ab: "Das ist nur bei den Katholischen so. Bei den Evangelischen hat jeder einen direkten Draht."

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