Kreis Göppingen Pfadfinder schlagen ihre Zelte in Japan auf

Die Pfadfinder Darius Posim (links) und Benedikt Staudacher waren einen Monat in Japan. Höhepunkt war das zehntägige Weltpfadfindertreffen.
Die Pfadfinder Darius Posim (links) und Benedikt Staudacher waren einen Monat in Japan. Höhepunkt war das zehntägige Weltpfadfindertreffen. © Foto: Staufenpress
Kreis Göppingen / VERENA ALBRECHT 08.09.2015
Darius Posim und Benedikt Staudacher aus dem Kreis Göppingen zelteten mit rund 32.000 Jugendlichen aus 150 Ländern bei der "World Scout Jamboree" in Japan. Danach sind sie durch das Land gereist.

"Das war ein Erlebnis, das wir nie vergessen werden", blickt der 16-jährige Benedikt Staudacher begeistert auf die Zeit in Japan zurück. Im Zelt übernachten, ein Lagerfeuer machen und mit etwa 32.000 Menschen zusammen in Japan essen. Für die zwei Pfadfinder Darius Posim aus Bezgenriet und Benedikt Staudacher aus Rechberghausen ging es für einen Monat nach Japan. Höhepunkt der vier Wochen war das Weltpfadfindertreffen, das sogenannte "World Scout Jamboree" in Yamaguchi bei Hiroshima, wo Pfadfinder aus aller Welt zusammen kamen. Die zehntägige Veranstaltung stand unter dem Motto "Wa - a spirit of unity". Der japanische Buchstabe "Wa" habe viele Bedeutungen, unter anderem Einheit, Harmonie, Zusammenarbeit und Frieden.

Die Tage beim Jamboree seien "von vorne bis hinten" durchgeplant gewesen: "Morgens mussten wir früh aufstehen, haben gemeinsam gefrühstückt und dann, je nachdem, einen Ausflug gemacht oder verschiedene Workshops wie einen Origami-Kurs besucht", erzählt Darius, der seit fünf Jahren Pfadfinder ist. Die 32 000 Jugendlichen, davon waren rund 1000 aus Deutschland, seien in "Trupps" eingeteilt worden, die aus etwa 35 Personen bestanden. In diesen Gruppen organisierten sich die Jugendlichen selbst: "Wir kochten und waren auch dafür verantwortlich, dass danach alles wieder sauber ist", ergänzt Benedikt, der zum Trupp mit dem selbstgewählten Namen "Herrgottsbscheißerle" gehörte. Die "Herrgottsbscheißerle" schliefen in einem Zelt.

Die Unterkünfte seien so angeordnet gewesen, dass Pfadfinder aus verschiedenen Ländern nebeneinander schliefen. Dadurch haben sie einige Bekanntschaften gemacht: "Neben uns waren Japaner, Amerikaner und Holländer. Wir haben uns auf Englisch und mit Händen und Füßen unterhalten", sagt Benedikt, der bereits seit 2006 Pfadfinder ist, schmunzelnd. Der "World Scout Jamboree" findet alle vier Jahre statt und nur Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren können das Treffen besuchen. "Pfadfinder können eigentlich nur einmal im Leben an dem Jamboree teilnehmen", verrät Uta Burchard, Betreuerin der beiden Jungs beim Verband Christlicher Pfadfinder in Göppingen.

Das eigentliche Pfadfindertreffen ging zehn Tage. Den Rest des Monats hatten sie Zeit, mit ihren Betreuern durch das Land zu reisen. "Die Japaner sind so freundlich und zuvorkommend", erzählt Benedikt, dessen Eltern für die Finanzierung der Reise tief in die Tasche greifen mussten. Obwohl die Schüler selbst etwas durch Zeitungsaustragen und Flohmarktverkäufe beisteuern konnten, kamen für die Eltern noch über 3200 Euro pro Person dazu.

Bei so vielen unterschiedlichen Kulturen und Ereignissen fällt es den Jugendlichen, die beide auf die Waldorfschule in Faurndau gehen, schwer, das schönste Erlebnis zu beschreiben. "Die Shibuya-Kreuzung in Tokyo ist was besonderes. Man sieht es immer nur in Filmen und auf Bildern. Aber es laufen echt hunderte Menschen kreuz und quer über die Straße", erzählt Benedikt begeistert. Die vielen Menschen und Kulturen an einem Ort waren für Darius ein herausstechendes Erlebnis. "In Erinnerung wird uns auf jeden Fall auch das Essen bleiben, denn das war echt nicht gut. Es gab beispielsweise Fischsuppe mit Rührei zum Frühstück", ergänzt der 16-Jährige schmunzelnd.

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