Wiesensteig Petrus wandert mit

Wiesensteig / JOHANNES TRAUB 02.05.2014
Ausgesprochenes Glück mit dem Wetter hatten die Besucher gestern beim Erlebniswandertag in Wiesensteig. Auch die mittlerweile 10. Auflage bot wieder viele interessante Einblicke in die Natur.

"Ich hoffe, wir beide zusammen haben einen guten Draht nach oben", scherzt Helmut Poloczek und blickt mit Pfarrer Jörg Schaber in den Himmel. Die Besucher des ökumenischen Freiluft-Gottesdienstes müssen lachen. Der katholische Laienpriester Poloczek und der evangelische Pfarrer Schaber zelebrieren eine Messe auf der Kreuzwiese bei Wiesensteig, bevor die eben noch Open-Air-Kirchgänger auf den 10. Wiesensteiger Erlebniswandertag rund um den Feldkopf geschickt werden.

Auf insgesamt acht Stationen werden die Wanderer informiert und unterhalten. Wer dem Wanderweg von Anfang an folgt, erreicht nach einer kleinen Bergpartie das Hofgut Reußenstein und den Ziegelhof. Dort lassen sich die Wanderer Rote Würste und Kostproben von Lardo, einem besonders feinen Speck und Bauchspeck schmecken. Die pelzigen Galloway-Rinder des Hofguts gefallen vor allem den jüngsten Besuchern.

Einen Kilometer weiter darf die Burgruine Reußenstein bestaunt werden, wenn auch nur von außen. Die Ruine selbst ist derzeit leider nicht begehbar (wir berichteten). Dafür wartet aber Helmut Poloczek in mittelalterlichem Gewand auf die "Vasallen" und beantwortet geduldig Fragen rund um den Wanderweg. "Heute Morgen sah es ja noch ganz schön trüb aus, aber jetzt haben wir perfektes Wanderwetter", lacht der Wiesensteiger mit der Sonne um die Wette. Ein Pärchen ist gar aus Cottbus angereist. Helmut Poloczek ist zufrieden: "Das ist jetzt der zehnte Erlebniswandertag. Am Anfang war das ja noch als kleine, überschaubare Eröffnungsaktion für den neu ausgeschilderten Wanderweg gedacht, aber im letzten Jahr beispielsweise, da war hier richtig guter Besuch." Es kamen Jahr für Jahr mehr Leute, was Poloczek auch an den einmaligen Attraktionen festmacht: "Gerade für Familien ist das hier richtig schön."

Die Reaktionen der Kleinsten geben ihm recht: Am Stand "Imker und Bienen" dürfen Kinder vom flüssigen bis cremigen Honig jede Sorte durchprobieren und eine Station weiter, bei der Weidegemeinschaft Goißatäle, sogar auf Tuchfühlung mit ganz jungen Zicklein gehen. Revierförster Ohngemach klärt an seinem Stand mitten im Wald über die Nachhaltigkeit der baden-württembergischen Forstwirtschaft auf. Die Kinder können derweil schöne Perlenketten aus Holz auffädeln, die Erwachsenen informieren sich über das Heizen mit Holz. Förster Georg Junginger sägt mit viel Gefühl und geschicktem Einsatz der Motorsäge ein Herz aus einem Baumstamm und verschenkte es an die strahlenden weiblichen Zuschauer.

Richtig Action gib es spätestens beim Roten Kreuz und dem Technischen Hilfswerk, die ihre eindrucksvollen Lastwagen direkt am Filsursprung zur Schau stellen. Mit einem Helfer des THW wird geübt, wie ein Verletzter auf einer Trage gerettet wird - dabei gilt es, einen schwierigen Parcours zu überwinden, ohne den Inhalt eines Wassereimers auf der Trage zu verschütten.